O du fröhliche... in Barmbek

Wann? 15.12.2016 bis 30.12.2016

Wo? Fuhlsbüttler Str. 100, Fuhlsbüttler Str. 100, 22305 Hamburg DE
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Am nostalgischen Kinderkarussell ist der Andrang groß Foto: Heume
 
Otto Schwarz (80) und sein Mitarbeiter Frank Reinke (48) verkaufen seit vielen Jahren Weihnachtsbäume an der Fuhle Foto: Heume
Hamburg: Fuhlsbüttler Str. 100 |

Hüttendorf auf der Piazzetta wird gut angenommen. Auf der Fuhle gibt’s den Weihnachtsbaum für Katzenbesitzer

Von Ruth Heume
Barmbek
Es duftet nach Schmalzkuchen und Bratwurst. Zwei junge Mädchen kommen kichernd aus dem Fotoautomaten. Musik liegt in der Luft, aber es sind keine traditionellen Weihnachtsklänge. Der Barmbeker Weihnachtsmarkt ist anders... Ein kleiner Rundgang auf der Fuhle. Kunsthandwerk und Geschenkartikel sucht man hier vergeblich. Aber seien wir mal ehrlich: In Wirklichkeit geht es doch den meisten Besuchern um Essen, Trinken und Geselligkeit. Und dafür ist gesorgt in dem kleinen Hüttendorf auf der Piazzetta.

Nostalgisches Kinderkarussell

Im fünften Jahr ist der Weihnachtsmarkt zu einer Institution geworden für alte und neue Barmbeker. Nirgendwo sonst sieht man am Freitagnachmittag so viele strahlende Kindergesichter. Denn um 16.30 Uhr zaubert Clown Salvatore in der Aktionsscheune. Die Eltern holen sich nebenan einen Glühwein. Den gibt es hier noch für 2,50 Euro und ohne lästigen Becherpfand. Und dank der Bonuskarte ist das elfte Getränk kostenlos. Vor dem nostalgischen Kinderkarussell ein wahrer Fuhrpark aus Kinderwagen. In den vergangenen Jahren sind viele junge Familien nach Barmbek gezogen.

Gemütlich und lecker

Am Sonnabendabend wandelt sich das Publikum. Samira ist vor vier Jahren von Hamburg nach Berlin gezogen und besucht an diesem Wochenende ihre Freundin Claudia in Barmbek. Mit einem Glühwein lässt sich der Abend gut beginnen, bevor es für die jungen Leute weiter auf die Piste geht. In der Feuerscheune steht man warm und trocken bei jedem Wetter. Glühwein trinken macht hungrig, besonders in Gesellschaft. Wie gut, dass es Bratwurst, Schmalzkuchen und Crêpes gleich um die Ecke gibt. Und in diesem Jahr ganz neu: Spanferkel-Burger und traditionelle Küche mit Grünkohl und Co. Was braucht man mehr?

Jeden Tag Programm

In der Aktionshütte der IG Fuhle gibt es jeden Tag ein anderes Programm. Initiativen oder Kirchengemeinden stellen sich vor. Auch Musiker treten dort auf, und das darf auch einmal eine Elektropop-Band sein. So begeisterten die beiden Hamburger Jungs von „Trebor“ besonders das jugendliche Publikum Ende November. Marno Happ von der Firma H&P Events, die den Weihnachtsmarkt betreibt, ist zufrieden: „Wir können in den letzten Jahren eine kleine, aber stetig positive Entwicklung in den Umsatz- und Besucherzahlen verzeichnen“.

Szenenwechsel

Wer die Fuhlsbüttler Straße stadtauswärts entlanggeht, muss die Weihnachtsstimmung zunächst ein wenig suchen. Vereinzelte Geschäfte haben zwar ihre Schaufenster weihnachtlich dekoriert. Die Gewerbetreibenden hatten sich aber gegen eine Weihnachtsbeleuchtung ausgesprochen. Die Kosten waren für die vom Fuhle-Umbau gebeutelten Anlieger nicht tragbar.

Tannenbaum für Katzenbesitzer

Das Geschäft mit Weihnachtsbäumen jedoch läuft auch in diesem Jahr. Otto Schwarz hat seinen Stammplatz unter der U-Bahn-Brücke zwischen Hardoffsweg und Genslerstraße. 2012 feierte sein Unternehmen 50. Firmenjubiläum. Seit 1962 betreibt der heute Achzigjährige Einzelhandel in Barmbek, immer draußen. Begonnen hat er an der Hellbrookstraße und zog 1975 um auf die Fuhlsbüttler Straße. Verkauft wurde immer Saisonales: Obst, Blumen, Pflanzen. Auch einen Hähnchen-Imbiss hat er eine zeitlang betrieben. Das Geschäft mit Weihnachtsbäumen hat er bis heute beibehalten. Der Clou in diesem Jahr ist der Weihnachtsbaum für Katzenbesitzer: Bis zu einer Höhe von ungefähr eineinhalb Metern sind die Zweige abgesägt. „Wir haben tatsächlich schon so einen verkauft“, erzählt Mitarbeiter Frank Reinke (48). „Der kostet aber trotzdem 50 Euro, habe ich zu der Frau gesagt.“ Der Kundin war das offensichtlich egal – für das liebe Haustier ist dem Menschen ja bekanntlich nichts zu teuer. Im neuen Jahr geht es für Otto Schwarz erst einmal nach Spanien, wo er zwei Monate in seiner Ferienwohnung verbringen wird. „Das habe ich mir dann verdient.“
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