„Olympische Spiele wären einfach cool für Hamburg“

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Eigentlich gute Freunde: Aber bei Derbys sind Lennard Quast (links) und Enno Lütjens Rivalen Foto: privat/wb

Lennard Quast und Enno Lütjens gehören zu Hamburgs besten Basketballern

Von Frank Heike
Bramfeld
Zweimal in der Woche treffen sich zwei der besten Hamburger Nachwuchs-Basketballspieler unter dem heimischen Korb zum Training. Bramfeld. Hier sind Lennard Quast und Enno Lütjens sportlich sozialisiert, oder wie der 16 Jahre alte Lennard Quast sagt: „Als kleine Knirpse haben wir hier angefangen.“ Acht Jahre spielten sie für den Bramfelder SV. Dann trennten sich die Wege der Freunde – zumindest für die Punktspiele. Quast wirft und blockt nun für die Hamburg Pirates. Enno Lütjens, 15 Jahre alt, für die Hamburg Sharks in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL). „Die Derbys der Stadt sind extrem lustig, unsere Höhepunkte“, sagt Lennard Quast, „da gibt es echte Rivalität und unserer Freundschaft wird ausgeblendet.“ Einmal gewann er in dieser Saison mit seinem Team, einmal Lütjens mit den Sharks.

Sportstars in der Stadt


Neben der Leidenschaft für den roten Ball eint die beiden Gymnasiasten das Interesse am Sport im Allgemeinen und Olympischen Spielen. Sie wissen, dass sich Hamburg um die Austragung Olympischer Spiele und Paralympics im Jahr 2024 beworben hat. Lütjens sagt: „Ich habe darüber gelesen und es in der Bahn gesehen. Ich fände es sehr cool, wenn Hamburg die Spiele bekäme. Wir könnten dann all die Sportstars sehen.“ Er selbst erinnert sich an die Veranstaltung in London und vier Jahre davor in Peking. Wenn Olympische Spiele laufen, werden alle Teile der sehr aktiven Familie Lütjens zu Fernsehsportlern. Das ist bei der Familie Quast ähnlich. Seit das Logo „Feuer und Flamme“ im Mittelkreis der Blumenhalle in Wilhelmsburg hängt, wo Lennard mit den Pirates spielt, weiß er von der Bewerbung. Er sagt: „Ich weiß, dass vieles nahe der Hafencity stattfinden soll, und auch an der Alster. Sollte es klappen, wäre es auf jeden Fall cool für Hamburg“, sagt er. Im Freundeskreis und unter den Kollegen ist das Hamburger Bemühen durchaus ein Thema. Die Olympiaplaner haben die noch zu erbauende Olympiahalle auf dem Kleinen Grasbrook als Schauplatz für Basketball erkoren. Am 21. März entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), ob er Hamburg oder Berlin ins Rennen schickt. Lütjens und Quast waren schon zu Trainings-Camps der Nationalmannschaft ihrer Altersklasse eingeladen. Ein Anfang ist gemacht. Der Weg als Athlet zu Olympischen Spielen erscheint ihnen aber noch sehr steinig. „Soweit habe ich noch nicht gedacht“, sagt Enno Lütjens. Lennard Quast meint: „Vorstellen kann ich mir das schon. Aber es ist noch eine lange Zeit bis dahin.“ Für Lütjens und die Sharks geht es in der Relegationsrunde weiter; ein paar knappe Niederlagen haben den Einzug in die nächste Meisterschaftsrunde verhindert. Quast und die Pirates sind weitergekommen und haben nun namhafte Klubs wie Alba Berlin vor der Brust. Und trotz der Rivalität beider in den Punktspielen zwischen Sharks und Pirates haben die gemeinsame Karriere und Fahrten zu Lehrgängen etwas Verbindendes geschaffen. „Wie sind viel zusammen unterwegs“, sagt Enno Lütjens, „wir verstehen uns super.“ Was sie überdies zusammenhält, ist die Herkunft. „Bramfeld ist meine sportliche Heimat“, sagt Enno Lütjens. Und Lennard Quast ergänzt: „Dadurch, dass wir in Bramfeld trainieren, verlieren wir den Bezug zum Verein nicht.“
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