Parkplätze unerwünscht

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Veronika Skowronski (links) und Susanne Lindinger fühlen sich von der Saga GWG überrumpelt. Ob ihr Protest am Projekt noch etwas ändern kann? Foto: Sobersko

Mieter wehren sich gegen Saga-Projekt „unterm Fenster“

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. Im beschaulichen Jahnkeweg war es bisher ruhig und friedlich. Jetzt aber gehen Mieterinnen der Wohnungsbaugesellschaft Saga GWG auf die Barrikaden: Direkt unter ihren Schlafzimmerfenstern sollen Parkplätze gebaut werden.
Elf Tage vor Baubeginn fanden die Mieter im Jahnkeweg ein
Schreiben der Saga GWG im Briefkasten, das sie darüber in Kenntnis setzte, dass ein Bauzaun errichtet und ein Nachverdichtungs-Bauvorhaben in ihrer Straße begonnen werde. Doch das war nicht einmal das Hauptproblem. Die Gerüchteküche brodelte schon länger im Jahnkeweg, was das Bauvorhaben anging.
Was die Gemüter erregt, sind die 19 Stellplätze, die direkt unter die Küchen- und Schlafzimmerfenster der Anwohner Haus Nummer 34 gebaut werden. Auch dies konnten sie dem Schreiben entnehmen. Veronika Skowronski und ihre Nachbarin Susanne Lindinger kamen sich verschaukelt vor. „Es gab keine Ankündigungen, keine Info-Veranstaltungen – nichts. Man kommt nach Hause, an einem Freitag und erfährt, dass man in ein paar Wochen 19 Stellplätze vor dem Fenster hat. Das ist doch keine Art“, empören sich die Mieterinnen. Die Saga GWG sieht das anders. „Eine Ankündigung von zwei bis drei Wochen vor Baubeginn ist üblich und das Schreiben, welches an die Mieter rausging war höflich und keineswegs respektlos“, so Kerstin Matzen, Pressesprecherin der Saga. Was die Mieter am meisten nervt, ist die Tatsache, dass sie zuvor nicht in die Planungen einbezogen wurden.
Dazu Pressesprecherin Kerstin Matzen: „Eher konnten wir nicht reagieren, Abstimmung mit Behörden und Gewerken benötigen ihre Zeit. Aber als klar wurde, dass es Gesprächsbedarf seitens der Mieter gibt, hat die Geschäftsstelle sofort reagiert und sehr kurzfristig einen Vor-Ort-Termin organisiert.“
Auch der Mieterschutzbund wurde angerufen, ebenso wie Stadtteilpolitiker Jürgen Warncke von der SPD. Dieser nahm auch am kurzfristigen Termin vor Ort teil und versucht seitdem zu vermitteln. „Natürlich wünschen wir uns alle Wohnungsneubau, aber nie so gern vor der eigenen Tür“, so der Sozialdemokrat. Seitdem arbeite auch er „gedanklich“ an einer Lösung, die das „Unvermeidliche so wenig schmerzhaft wie möglich“ für die Mieter im Jahnkeweg mache. Mit kreativen Vorschlägen will er sich an die Wohnungsbaugesellschaft wenden. Diese wiederum signalisiert jetzt ebenfalls Gesprächsbereitschaft: „Die Geschäftsstelle prüft alternative Vorschläge. Wir nehmen unsere Mieter sehr ernst“, so Kerstin Matzen. Auch sei von der Saga GWG eine weitere Informationsveranstaltung geplant. „Wir hoffen, dass wir diese noch in der 46. Kalenderwoche durchführen können“, zwischen 11. und 15. November. Das WochenBlatt berichtet weiter. (ts)
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