Pergolenviertel: Nur teilweise gerodet

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Grün soll es sein, das Pergolenviertel, in dem insgesamt 1.350 Wohnungen gebaut werden Visualisierung: BA/wb

Wo Verdacht auf Kampfmittel besteht, werden Kleingärten „plattgemacht“

Winterhude Die gute Nachricht: Für den Bau des Pergolenviertels ist keine Komplettrodung sämtlicher Kleingärten notwendig, so teilt es das Bezirksamt mit. Stattdessen werden nur diejenigen Bereiche intensiv geprüft, in denen ein konkreter Verdacht auf Kampfmittel vorliegt – dort, wo der Boden tief ausgebaggert und bebaut wird. Wie mehrfach berichtet, sollen für das größte Wohnungsbauvorhaben im Bezirk Nord auch Flächen von Kleingärten bebaut werden. Im Bebauungsplan war bislang vorgesehen, dass in dem Gelände künftig zwar wieder Kleingärten angelegt würden. Doch bisher stand zu befürchten, dass wegen der vorgeschriebenen Kampfmittelsondierung zunächst alle Flächen gerodet – „plattgemacht“ – werden sollten. Also war auch dort der gesamte Bewuchs von Hecken, Bäumen, Sträuchern mitsamt der hier vorkommenden Tierarten bedroht.

Kompromiss erzielt


Schon im vergangenen Jahr hatte der Stadtentwicklungsausschuss der Bezirksversammlung Nord auf Antrag von Rot-Grün beschlossen, dass bei den Kampfmittelsondierungen auf dem Areal des künftigen Pergolenviertels auf die bisher übliche Komplettrodung in den Kleingärten verzichtet werden solle.
Bezirksamtsleiter Harald Rösler freute sich über die Änderung der Kampfmittelverordnung. „Es macht schließlich einen erheblichen Unterschied, ob man eine Tiefgarage bauen will oder eine Gartenlaube“, sagte Rösler. Das sei eine gute Nachricht für die Kleingärtner, betonte auch Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der Grünen-Fraktion in der Bezirksversammlung Nord. „Eine Komplettrodung wäre niemandem zu vermitteln gewesen.“ Nur bedingten Anlass zur Zufriedenheit sehen die Kleingärtner allerdings in dem erzielten Kompromiss, für den sich die Initiative „Eden für Jeden“ schon seit 2011 einsetzt hatte. Lediglich den verbleibenden oder zukünftigen Kleingartenpächtern bleibe ein naturnahes Gebiet erhalten. Zugleich erspare diese Entscheidung der Stadt immerhin Ausgaben von rund 4,8 Millionen Euro, teilte Uwe Puttfarcken, Sprecher der Initiative, mit. „Gern hätten wir jedoch das gesamte Kleingartengebiet für Menschen, Flora und Fauna erhalten.“ (wh)
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