Planungsirrsinn am Ballerstaedtweg

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Die Planungen, die 5000m² große Fußballwiese des Schulhofes Ballerstaedtweg für den Wohnungsbau zu erschließen, gehen weiter.

Welche Blüten dieser Planungsirrsinn treibt zeigt die Drucksache 20-1354. In der darin enthaltenen Eingabe geht es um den kleinen Spielplatz am Rübenkamp.

Schulbau Hamburg bittet das Bezirksamt Hamburg- Nord darum, den auf dem Schulgelände befindlichen Spielplatz wieder für die Nutzung als Schulhoffläche zur Verfügung zu stellen.

Und warum? Weil „sich die Fläche des Schulgrundstücks deutlich verkleinern“ wird und „nun neue, aufgewertete Spielflächen auf dem restlichen Schulgrundstück geschaffen werden“ müssen. Man nimmt also Fläche weg, um sie an andere Stelle mit entsprechendem Aufwand wieder herzustellen. Da schüttelt man zum ersten Mal mit dem Kopf.

Aber es geht weiter, weil „der derzeit vom Bezirk genutzte Spielplatz eine Fläche für mögliche Zubauten in der Zukunft“ bietet. Man nimmt als Fläche weg, stellt sie an anderer Stelle mit großem Aufwand wieder her, um sie „falls dies erforderlich sein sollte“ mit einem schulischen Neubau zu bebauen. Erneutes Kopfschütteln.

Und da das Bezirksamt bereits festgestellt hat, dass „es in der Nähe keine wirklichen öffentlichen Alternativen zu dem Spielplatz“ gibt, wird das Kopfschütteln zu einer dauerhaften Bewegung. Dazu erwidert Schulbau Hamburg aber, „durch die stark frequentierte Ganztagsnutzung sind viele potentielle Nutzer des öffentlichen Spielplatzes in der Schule und der jetzige öffentliche Spielplatz kann dadurch kaum genutzt werden“. Das bedeutet also, dass die Kinder, die den Spielplatz normalerweise nutzen würden, in der Ganztagsbetreuung der Schule sind, den Spielplatz also gar nicht nutzen können und der Spielplatz deshalb nicht mehr gebraucht wird.

Und wofür das alles? Für den Wohnungsbau? Wohl kaum. Die 50 oder 60 Wohneinheiten gehen in der Statistik unter. Der Erlös des Verkaufs fließt zwar wieder in den Schulbau. Trotzdem verlieren die Kinder am Ballerstaedtweg ihre Fußballwiese. Und dieser Verlust ist, wenn die Häuser erst einmal gebaut sind, nicht rückgängig zu machen.

Der Planungsirrsinn muss gestoppt werden.
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 29.05.2015 | 19:09  
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