Platz da für Radfahrer!

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Martin Bill setzt sich für einen sicheren Schulweg ein Foto: Kuchenbecker

Wiesendamm: Poller oder Parkplatzverlegung im Gespräch

Von Nicole Kuchenbecker


Barmbek/Winterhude. Ihr Schulweg soll sicherer werden. Damit die Schulkinder der Meerweinschule, der Stadtteilschule Winterhude, es leichter haben, den Wiesendamm zu überqueren, soll dieser umgestaltet werden. Die Ideen reichen von einer Schließung einer Fahrspur bis hin zum Fahrradstreifen auf der Fahrbahn. Eines ist schon jetzt klar: Egal welche Möglichkeit auch für die Aktion Sicherer Schulweg ausgewählt wird, es gehen dabei Parkmöglichkeiten für Anwohner verloren.

Abends stehen in der Jarrestadt die Autos dicht an dicht. Die Parkplätze sind hier knapp, da wird das Fahrzeug auch schon mal illegal am Wiesendamm abgestellt. Dass ein anderes Auto dann eingeparkt wird, wird dabei billigend in Kauf genommen. Doch damit könnte bald Schluss sein. Immerhin stehen 41 legale Parkplatze und 80 sogenannte illegale Parkplätze auf dem Spiel.

Mittel-Insel als Lösung?

Der Radweg am Wiesendamm sei nur knapp einen Meter breit, schlängelt sich zudem um die Bäume. Das sei kein zumutbarer Zustand, weder für Fußgänger noch Radfahrer, sagt Martin Bill, Bürgerschaftsabgeordneter der Grünen. Auch die Oberfläche des Fußweges ist an vielen Stellen defekt: Platten stünden hoch, fehlen oder es ragen Baumwurzeln hoch. Jetzt soll gehandelt werden: Damit die Kinder sicherer auf ihrem Schulweg sind, könnte eine Mittelinsel an den Durchgängen des Wiesendamms entstehen. „Wenn wir hier einen Mittelbereich schaffen, dann könnten die Kinder hier stehen, ohne, dass sie von Autofahrern umgefahren werden“, so Bill weiter. Auch die Einrichtung eines Fahrradstreifens an der südlichen Fahrbahn ist im Gespräch. Doch der könnte den Wegfall von einigen legalen und den illegalen Straßenparkplätzen bedeuten. Allen könne man es nicht recht machen, so Bill. Will man den Radverkehr fördern, so würde man das illegale Parken aufheben müssen, sagt der Politiker weiter. Er gibt zu bedenken, dass bereits 30 Prozent aller Haushalte in Winterhude, Eppendorf, Barmbek ohne Auto seien. Bill: „Der Trend geht weg vom Auto, zurück zu öffentlichen Verkehrsmitteln.“
Doch eine rasche, einvernehmliche Lösung für den Wiesendamm wird es wohl nicht geben. Die Interessen der Beteiligten klaffen zu weit auseinander. Sven-C. Bergmann, CDU, Kreisvorsitzender der Mittelstandsvereinigung in Hamburg-Nord und Mitglied im Regionalausschuss: „Wir werden die Parkplätze nicht einfach wegfallen lassen.“ Jetzt werden verschiedene Vorschläge geprüft: Zum Beispiel Poller am südlichen Fahrbahnrandes, damit Parkplatzsuchende nicht die Zufahrt über den Gehweg nutzen oder Übergangshilfen oder -flächen an den Durchstichen des Wiesendamms für Fußgänger und Radfahrer (Schulweg). Es wird auch untersucht, ob im nördlichen Bereich, derzeit Längsparkbuchten, auch ein Schrägparken möglich sei sowie die Schaffung von Parkraum in den Durchstichen, so wie sie schon in der Saarlandstraße realisiert sind.

Neue Bürgerinitiative

In der Jarrestadt hat sich kürzlich eine neue Bürgerinitiative gegründet. Sie ist aus der Initiative „Unser Mühlenkamp“ hervorgegangen und will sich allgemeinen Themen widmen. Ihr Vorschlag für eine Lösung am Wiesendamm: Beide Fahrspuren werden im Abschnitt zwischen Goldbekkanal und Barmbeker Stichkanal auf die nördliche Fahrbahn verschwenkt beziehungsweise verlegt, so dass die südliche Fahrbahn zum Parken am nördlichen Fahrbahnrand genutzt wird, Fahrradfahren wäre dann auf der südlichen Fahrbahn möglich.
Derzeit erarbeiten die Fachbehörden verschiedene Lösungsansätze, die Polizei nimmt Verkehrsmessungen vor. Auf der Sitzung des Regionalausschusses im November oder Dezember könnte dann schon eine endgültige Lösung für den Wiesendamm, die Schüler sowie für die Anwohner gefunden werden. Voraussetzung: Alle Parteien sind sich einig. Bill: „Dann könnten wir mit der Umsetzung bereits im Frühjahr 2014 beginnen.“
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