Projekt über historische Gebäude

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Die Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Barmbek und ihre Gäste aus Gdánsk und Kohtla-Järve kurz vor ihrer Abschlusspräsentation im Hamburger Rathaus. Foto: Burmeister

Schüler aus Barmbek, Polen und Estland beschäftigen sich mit Backstein-Bauten

Von Britta Burmeister

Hamburg Nord. Ein Jahr ist es her, dass auf einer Konferenz in Helsinki der Grundstein für ein Projekt gelegt wurde, das am Montag vergangener Woche im Hamburger Rathaus seinen (vorübergehenden) Abschluss gefunden hat. Drei Tage lang hatten sich Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Barmbek und ihre gleichaltrigen Gäste aus Partnerschulen in Gdánsk (Polen) und Kohtla-Järve (Estland) zuvor unter verschiedenen Aspekten mit der Frage beschäftigt, was es bedeutet, in einem historischen Gebäude zu leben. Genauer gesagt: In einem Backsteingebäude, denn rote Ziegel oder Backsteine gehören nicht nur in Barmbek, sondern im gesamten Ostsee-Raum zu den das Ortsbild prägenden Baustoffen.
„Für unsere Schülerinnen und Schüler ist das Leben in einem historischen Gebäude Alltag“, so Bernd Tißler, Leiter der Stadtteilschule Barmbek. „Als Klimaschule wissen wir außerdem, dass Veränderungen nur durch gemeinsames Handeln erfolgversprechend sind!“ Was lag da näher, als sich im internationalen Kontext mit dem Thema Backstein zu beschäftigen? 2010 haben sich die Schulen Tieloh und Fränkelstraße sowie das Emil-Krause-Gymnasium unter dem Dach der Stadtteilschule Barmbek zusammengeschlossen. Diese Allianz sorgt nicht nur auf dem Bildungssektor für Synergieeffekte. Auch Fragen der energetischen Sanierung wiederholen sich, denn an allen drei Standorten spielt sich das Schulleben in Fritz-Schumacher-Bauten ab, die zu Beginn des
20. Jahrhunderts gebaut wurden und heute unter Denkmalschutz stehen.
Im Rahmen eines sogenannten Co2olbricks-Workshops befassten sich die deutschen, polnischen und estnischen Schüler nun mit der Geschichte ausgewählter Backsteinbauten. Mit Hilfe von Straßeninterviews ermittelte eine der Arbeitsgruppen, welche Bedeutung das historische Erbe für die Bevölkerung hat. Eine andere Gruppe simulierte mit Hilfe einer Expertensoftware verschiedene Sanierungsmöglichkeiten und befasste sich mit dem Konflikt zwischen Klima- und Denkmalschutz. Auch die Bedeutung des Klimawandels wurde erforscht. Hier konnten die Nachwuchsforscher an die Arbeit anknüpfen, mit der sie bei ihrem ersten gemeinsamen Workshop in Gdánsk bereits begonnen hatten und am Ende Wasserproben aus der
Osterbek mit Proben aus ähnlichen Gewässern in Polen und Russland vergleichen.
Im Hamburger Rathaus wurden sie schließlich von einer hochkarätig besetzten Expertenrunde erwartet. Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung, Jens Schwarz vom Ausbildungszentrum Bau, Jan Prahn vom Denkmalschutzamt in Hamburg, Dr. Helge Schröder von Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung sowie der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Sven Tode zeigten sich beeindruckt von den auf Englisch vorgetragenen Präsentationen. „Ihr habt wirklich zusammengearbeitet wie internationale Experten“, lobte Jens Schwarz vom Ausbildungszentrum-Bau. Ein Ansporn für die weitere Zusammenarbeit, die – bis zur nächsten persönlichen Begegnung – online über das Co2ol-Bricks School-Network erfolgen soll. Merke: Backstein verbindet.
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