Protest an der Berner Au in Hamburg

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An der Berner Au regt sich Widerstand Foto: Glitz/wb

Anwohner wollen Überschwemmungsgebiet verhindern

Hamburg. In der Krögerkoppel in Sasel funktioniert die Nachbarschaft noch, viele Anwohner leben hier schon seit Jahrzehnten und auch neu zugezogene Familien wohnen gerne an der Berner Au. Die ist hier noch nicht einmal ein Bach, eher ein mit Unkraut zugewucherter Entwässerungsgraben, der mitten durch die gepflegten Gärten fließt. Seit Anfang Juni herrscht große Aufregung: Die Wohnstraße im Grenzgebiet von Sasel und Farmsen-Berne soll Überschwemmungsgebiet werden. Schnell fanden sich die Nachbarn zusammen, schickten gerade noch rechtzeitig Fragen und Einwendungen an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt.
Damit nicht genug: Vor vier Wochen trafen sich rund 50 Anwohner in einem der Gärten und gründeten die Bürgerinitiative „Kein Überschwemmungsgebiet Berner Au“. Vier Treffen gab es bislang. „Rund 100 Anwohner machen inzwischen mit, auch aus Farmsen-Berne. Die Zahl wächst stetig“, sagt Matthias Dickmann, Sprecher der Initiative. Die Anwohner fürchten, dass der Wiederverkaufswert ihrer Grundstücke sinken, Versicherungsbeiträge aber steigen werden. Und: In einem Überschwemmungsgebiet wären alle baulichen Maßnahmen verboten. Warum kann man nicht andere Flächen fluten, etwa Wiesen oder Grünflächen, fragen sich die Anwohner. „Der Stadt stehen ausreichend Alternativen zur Verfügung“, sagt Matthias Dickmann. So könnten bestehende Rückhaltebecken modernisiert werden. Hier liegt einiges im Argen, sagen die Anwohner. So gebe es in der Krögerkoppel weder Siele noch funktionierende Gräben. Nur deshalb sei es vor Jahren einmal zu einer Überflutung gekommen, mit der Berner Au habe das nichts zu tun gehabt.
Frühzeitige Bürgerbeteiligung habe nicht stattgefunden, ärgern sich die Anwohner. Sie halten den Plan der Behörde für überflüssig und nicht nachvollziehbar und wollen die endgültige Feststellung des Überschwemmungsgebietes zum Jahresende unbedingt verhindern. Matthias Dickmann will mit seinen Mitstreitern öffentlich Druck machen, sich weiter an die Lokal- und Landespolitik wenden, den Rat von Experten einholen und sich auch rechtlich beraten lassen. „Wir alle hier haben noch nie an einer Demonstration teilgenommen, aber wir werden, wenn es sein muss, auch auf die Straße gehen“, so Dickmann. (rg/wb)
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