„Publikum immer jünger“

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Das neue Sommerprogramm macht Appetit auf mehr: Angelika Barth (61) leitet seit 2006 die VHS in der Region Nord, einem von insgesamt sechs Stadtbereichen in Hamburg Foto: Busse

Foto-Rundgänge, Grillkurse oder Tai Chi: VHS ist fit für den Sommer

Von Christina Busse
Barmbek
Vitaminkick für Körper, Geist und Seele: Am 23. Mai starten die neuen Kurse an der Volkshochschule in Barmbek. Das Wochenblatt sprach mit Angelika Barth, die zusammen mit einem sechsköpfigen Team den Standort in Nord organisiert und betreut.

Wochenblatt: Das neue Sommerprogramm steht unter dem schönen Motto „Sommerfrische“, was erwartet einen da?
Angelika Barth: Viele unserer Angebote finden im Freien statt. Auf Foto-Exkursionen wird zum Beispiel der Zugang zu außergewöhnlichen Orten eröffnet: Zu Hausbooten, Dachgärten oder jüdischen Friedhöfen. Es gibt Stadtteilrundgänge, Tai Chi im Stadtpark, Urban Sketching, also draußen Zeichnen, und eine Alsterfahrt mit dem Hamburger Schwanenvater – das ist der Renner. Im Programm finden sich auch Kochkurse wie „Grillbeilagen“ und „Picknick mal anders“ oder Intensivkurse für Sprachen oder Yoga, für die man in den Ferien dann vielleicht eher mal Zeit hat.

WB: Wer stellt denn eigentlich das vielfältige Angebot der VHS auf die Beine?
Barth: Dazu gibt es einerseits die zentrale Programmabteilung, andererseits treffen wir uns in der Region Nord bis zu dreimal im Jahr zu Planungsgesprächen, bei denen wir unsere eigenen Ideen eingeben können.

WB: Gibt es Kurse im aktuellen Programm, die Sie angeregt haben?
Barth: Die Idee zum Kochkurs „Eis und Smoothies“ kommt von mir. Außerdem „Afghanistan mal anders“, um in Verbindung mit Länderkunde und Teekultur den Blick auf das Land zu erweitern.

WB: Trifft der Eindruck zu, dass die Volkshochschule in den letzten Jahren einen Imagewandel mitgemacht, sich „verjüngt“ hat?
Barth: Tatsächlich bekommen wir ein immer jüngeres Publikum. Was kein Zufall ist, denn wir tun auch viel dafür. Zum Beispiel mit unserem Monatsmagazin „Acht“ und mit extra entwickelten Werbepostkarten, die wir gezielt in den neuen Wohnquartieren auslegen. Auch die Do it Yourself-Bewegung trägt vielleicht dazu bei – unsere Angebote im Bereich Kultur und Kreativität sprechen viele Teilnehmer ab Mitte Zwanzig an. In Barmbek leben ja auch viele Studenten und
Jobanfänger.

WB: Und wie ist das Interesse an den etwas „schwereren“ Themen?
Barth: Kurze politische Bildungsangebote werden wieder stärker nachgefragt, zum Beispiel Tages-Seminare wie „Das Internet nach Snowden und Wikileaks“. Die Leute melden sich oft erst Last Minute an, aber das Interesse ist da. Außerdem startet im Herbst eine Ausbildung zum Gedächtnistrainer – das gibt es nur in Barmbek.

WB: Die VHS in Nord ist vergleichsweise jung, sie wurde erst 1993 gegründet. Vor neun Jahren sind Sie vom Wiesendamm in die heutigen Räume am Bahnhof Barmbek umgezogen. Wie soll sich der Standort weiterentwickeln?
Barth: Mit rund 10.000 Teilnehmern in 1.000 Kursen im Jahr 2015 stoßen wir an unsere Grenzen. Veranstaltungen finden überwiegend in unseren zwölf Räumen hier vor Ort statt, darunter zwei Gesundheitsräume, eine Küche und ein EDV-Raum. Zukünftig wollen wir die thematische Bandbreite auf jeden Fall beibehalten und mit neuen Ideen experimentieren. Dazu sind weitere Lehrkräfte, besonders im Bereich Sprachen willkommen. Vor allem Schwedisch ist hochbegehrt. Weiterhin ist es uns wichtig, das gute Preis-Leistungsverhältnis zu halten, damit auch Menschen mit nicht so großem Einkommen Bildungsmöglichkeiten offenstehen. (cb)

Das VHS-Zentrum Nord, Poppenhusenstr. 12, Montag und Donnerstag, 14 bis 18.30 Uhr; Dienstag und Mittwoch, von 10 bis 14 Uhr, Anmeldung und Information unter Telefon 42 73-120 20
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