Rad-Buckelpiste - ihre Tage sind gezählt

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Da keine Radbenutzungspflicht in der Gründgensstraße besteht, kann man diese Buckelpisten ignorieren und gleich auf der Fahrbahn weiterfahren. Wer traut sich? Foto: Sobersko

Steilshooper Leser beklagt Unfallrisiko. Bezirksamt: Weg wird bei Busbauprogramm verlegt

Steilshoop. Hamburgs Radwege sind in einem katastrophalem Zustand. So auch in Steilshoop. An der Gründgensstraße, Ecke Gustav-Seitz-Weg, machten aufmerksame Steilshooper Leser das WochenBlatt darauf aufmerksam, dass Baumwurzeln, den Radweg geradezu „gesprengt“ hätten und die Unfallgefahr bei Benutzung dieses Radwegs hoch sei.
Dazu Lena Voß aus dem Bezirksamt Wandsbek: „Grundsätzlich ist die Problematik dem Bezirksamt bekannt. Die Ausdehnung der Baumwurzeln ist eine ständige Herausforderung. Es besteht eine Planung, den Radweg im Zuge des Busbeschleunigungsprogramms zu verlegen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt könnten aber dazu noch keine konkreten Angaben gemacht werden. Ähnlich sieht es Dirk Lau vom allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC): „Eine Reparatur dieser maroden Radwege würde nicht nur unsinnig viel Geld vergeuden, sondern auch keine Verbesserung der Verkehrssicherheit für Radfahrer bringen. Wir empfehlen daher allen Radfahrern, auf der Fahrbahn zu fahren“. In der Tat ist das Fahren auf der Fahrbahn sicherer, da die Radfahrer vom Autofahrer besser gesehen werden, vor allem bei Abbiegemanövern. In der Gründgensstraße besteht keine Radbenutzungspflicht mehr, das heißt, dass ein Fahren auf der Straße durchaus erlaubt ist. Problemlos funktioniert diese Variante bereits auf der Bramfelder Chaussee, direkt vor der Marktplatz Galerie, an der Bushaltestelle Herthastraße. Der Radweg führt außen an der Haltestelle vorbei. Die Bus- und Autofahrer haben den Radfahrer ohne Sichteinschränkung im Blick.
Das Thema der Verlegung der Radwege – oder neu: Velorouten – auf die Straße ist keineswegs unumstritten, weiß auch Dirk Lau vom ADFC. Ältere oder sehr junge Radfahrer fühlten sich häufig unsicher, wenn Autos, oder schlimmer noch: Lastwagen, dicht an ihnen „vorbeidonnern“.
Verkehrsexperten hingegen betonen immer wieder, dass der Radfahrer auf die Straße und nicht auf den Fußweg gehöre. Aber auch die passionierten Radler vom ADFC wissen: „Das Umdenken der Autofahrer auf die Situation ‚Radfahrer auf der Straße‘ fängt erst an.“ Vielfach empfinde der Autofahrer den Radfahrer auf der Straße als „Störenfried“ im eigenen Terrain. Hier ist sei wie so oft: Das Urteil des Fachmanns versus das eigene Sicherheits- oder auch Unsicherheitsgefühl. Ein Mittel-(Rad)-Weg werde sich kaum finden lassen. (ts)
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1 Kommentar
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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 04.10.2013 | 03:13  
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