Radfahrer im Zwiespalt

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Der Radweg vor der Kita „Rübenkamp 15“ verläuft neben der Rechtsabbieger-Spur Fotos: gm

In Barmbek unterwegs zwischen Theorie und Praxis

Von Gina Müller
Hamburg. Radfahren in Hamburg: ein Thema, das die Stadt bewegt. Noch im Oktober soll es einen großen Radwege-Check geben, bei dem das rund 1.500 Kilometer große Wege-Netz unter die Lupe genommen wird. Gleichzeitig werden vermehrt Radfahrer „auf die Straße“ geholt. Der Wochenblatt-Check in Barmbek zeigt: Für viele Radler ist sowohl der aktuelle Zustand der Wege als auch das Fahren zwischen Autos eine enorme Herausforderung.
Vielerorts ist bereits die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben, weil die Wege unbenutzbar oder gefährlich sind. Und selbst beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club heißt es, das Fahren auf der Fahrbahn sei sicherer als hinter Gebüsch und parkenden Autos zu „verschwinden“ und so einer höheren Unfallgefahr ausgesetzt zu sein. Bei den Radspuren auf den Straßen sollen idealerweise „fehlende Fahrbahnmarkierungen bei Autofahrern beabsichtigt für eine Unsicherheit sorgen und dafür, dass langsamer gefahren wird“, erklärt Andrea Kupke vom ADFC.

Vor Ort unterwegs

Dass hier irgendjemand langsamer fährt, den Eindruck hat die Wochenblatt-Reporterin im Rübenkamp auf Höhe der Hufnerstraße allerdings nicht. Im Gegenteil: Viele Autofahrer beschleunigen beim Überqueren des Radweges sogar. Vom Schulterblick auf herannahende Radler keine Spur. Als Radfahrer muss man sich vorwurfsvoll ansehen lassen. Motto: Weg hier von meiner Straße... !
Die Teil-Sperrung der Fuhlsbüttler Straße erschwert die Situation für Radfahrer in Barmbek zusätzlich: „Die Autofahrer weichen über den Rübenkamp aus und sorgen so für ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen“, sagt Bärbel Klusmann, Mitarbeiterin der Kita „Rübenkamp 15“. Vor allem Kinder seien als schwächste Verkehrsteilnehmer oft gefährdet.
Auch in der Steilshooper Straße ist es für Radfahrer schwierig: Auf Höhe der Bushaltestellen „Langenfort“ werden Radfahrer zwischen Bussen und Autos regelrecht „eingeklemmt“, wie Steuerfachangestellte Theres Norkus (24) ihren Arbeitsweg fast täglich erlebt. Die Straßenverkehrsbehörde hält „die bauliche Gestaltung vor Ort nicht für so, wie sie sein sollte“. Beim Bezirksamt Hamburg-Nord heißt es dagegen, es habe dort 2012 einen Umbau gegeben, der mit der Straßenverkehrsbehörde, dem Radfahrbeauftragten und der Verkehrsdirektion abgestimmt worden sei .
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