Radweg führt ins Nichts

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Janine Stenzel, Studentin aus Barmbek, kann sich noch nicht so recht mit der „Servicelösung“ des Bezirksamtes anfreunden. Foto: Sobersko

„Servicelösung“ entpuppt sich als Irrweg

Von Tanja Sobersko
Barmbek. Es ist immer schön zu sehen, wenn sich im Stadtteil etwas bewegt, Neuerungen vorgenommen werden und man sich weiter entwickelt. So auch in diesen Tagen in Barmbek. Zwei Bushaltebuchten zwischen Langenfort und Herbstsweg sind erneuert worden. Im Zusammenhang mit diesem Umbau wurde auch der Verlauf des Radwegs geändert. Stadtauswärts an der Bushaltestelle Herbstsweg führt der Radweg vom Bürgersteig runter, außen an der Haltebucht vorbei, um dann... im Nichts zu enden. Auf der Mitte der Haltebucht hören die weißen Radwegmarkierungsstreifen plötzlich auf. Erst einige Meter weiter kann man den erneuten Beginn eines Radwegs erkennen. Diesmal allerdings wieder auf dem Bürgersteig. Erste verwirrte radfahrende Bürger wandten sich bereits hilfesuchend an das WochenBlatt. Das Bezirksamt Hamburg Nord nahm auf Nachfrage dazu wie folgt Stellung: „Die Straßenverkehrsordnung hat sich seit 2009 geändert.“ Die Radwegführung wird dichter an den Autoverkehr geholt. Natürlich müssen sich die Verkehrsteilnehmer erst an die neuen Möglichkeiten der Verkehrsführungen gewöhnen. Aber nach einer gewissen Zeit der Kritik kommen auch positive Rückmeldungen. Das wird hier auch so sein“, weiß Katja Glahn vom Bezirksamt Nord. Konkret heißt für die Radwegführung an der Haltestelle Herbstweg: Der Radfahrer wird vom Ring zwei kommend an der Bushaltestelle vorbei auf die Fahrbahn in den Verkehr geführt. Da die Radwegbenutzungspflicht aufgehoben ist, befindet der Radfahrer sich dann dort, wo er nach den Regeln auch sein soll. Da im weiteren Verlauf aber noch ein Radweg in der Steilshooper Straße existiert, hat der Radfahrer die Möglichkeit im Bereich der Gehwegüberfahrt wieder auf den Radweg zu fahren, sofern er nicht auf der Fahrbahn verbleiben möchte. Hier spricht der Bezirk von einer sogenannten „Servicelösung“. Janine Stenzel, Studentin aus Barmbek kann da den „Service“ nicht erkennen. „Ich finde es unsinnig“, so die junge Frau. „Hier ist der Fahrstreifen für Auto und Radfahrer viel zu eng, um ihn sich zu teilen. Ich traue mich da nicht auf die Fahrbahn. Ich finde es besser, den Radweg auf dem Bürgersteig zu belassen“, sagt die passionierte Radlerin, die diese Strecke immerhin vier Mal am Tag fährt. (ts)
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4 Kommentare
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Michael Wirtz aus Barmbek | 12.09.2012 | 23:03  
46
Klaus Sebaldt aus Barmbek | 14.09.2012 | 13:41  
7
Andrea Kupke aus Barmbek | 14.09.2012 | 19:55  
6
Hans Müller aus Hamm | 18.09.2012 | 22:24  
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