Sattelfest die Stadt erobern

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Die Koordinatorin für den Radverkehr Kirsten Pfaue (l.) und Bürgermeister Olaf Scholz Foto: rg

Senat und Bezirke unterzeichnen „Bündnis für den Radverkehr“

Von Rainer Glitz

Hamburg „Einige von uns sind mit dem Rad hierher gefahren.“ Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Olaf Scholz die Besucher in der Barmbeker Zinnschmelze. Angesichts des heißen Wetters hatte er auf den Anzug verzichtet. In Jeans und Polohemd erklärt der Bürgermeister den Hintergrund des Bündnisses für den Radverkehr, das Senat und Vertreter aller sieben Bezirke wenig später unterzeichneten: „Es geht darum, den Verkehr in der wachsenden Stadt zu bewältigen. Wir gehen zu Fuß, nutzen Fahrrad, Auto, Bus, Bahn und Fähre.“

In dieser Mischung werde das Rad für viele Hamburger immer beliebter. Um diesem Trend weiter den Weg zu ebnen, solle das Radwegenetz ausgebaut und intelligent mit der gesamten Verkehrsplanung verbunden werden.
Es gehe nicht um ideologische Politik, betont Scholz. Das Konzept solle vielmehr die Perspektive aller Verkehrsteilnehmer im Blick behalten und Rücksicht auf alle nehmen. „Das Bündnis für den Radverkehr kommt der gesamten Stadt zu Gute“, so Hamburgs Fahrradkoordinatorin Kirsten Pfaue. Fußgänger bekämen mehr Platz auf den Gehwegen, der Verkehrsfluss insgesamt werde sich verbessern. Wichtigstes Ziel des Bündnisses: Bis 2020 soll das 280 Kilometer lange Netz der 14 Velorouten in Hamburg fertiggestellt werden.
Geplant sind auch Radschnellwege. Daneben sollen die Stadtteilnetze in den sieben Bezirken ausgebaut werden. Für die jeweiligen Baumaßnahmen schließen die Bezirksämter jährliche Vereinbarungen mit der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ab. Sechs Prozent der Baukosten erhalten die Bezirke dabei für das benötigte Personal. Der Senat hält die personelle Ausstattung damit für ausreichend. Bis 2018 stehen für die fahrradfreundlichen Baumaßnahmen 33 Millionen Euro zur Verfügung.
In der 21-seitigen Vereinbarung von Senat und Bezirken werden weitere Punkte genannt. So sollen mehr Parkmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden, in den Quartieren genauso wie an Schnellbahn-Haltestellen. Der Winterdienst für Radwege soll von derzeit 40 auf 200 Kilometer ausgeweitet werden. Das Leihsystem StadtRad soll fortgeführt und weiterentwickelt werden, heißt es in der Vereinbarung. Außerdem soll es eine Kommunikationskampagne für gegenseitige Akzeptanz und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer geben. Schäden sollen künftig beim „Melde-Michel“ zentral gemeldet werden. Und: In allen Bezirken wird es Zählsäulen für den Radverkehr geben.
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