Schandfleck Hertie-Haus soll verschwinden

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Graffiti auf dem Dach bleiben hoffentlich nicht die einzige Maßnahme zur Verschönerung Foto: Leuschen
Barmbek. Vielleicht war es ja der Mut der Verzweiflung, der Graffiti-Künstler aufs Dach des ehemaligen Hertie-Hauses getrieben hat. Nun zieren bunte Tags die Aufbauten auf dem Dach. Vom Missstand der unteren Etagen können sie allerdings nicht ablenken. Noch immer ist trotz Absichtsbekundungen des neuen Investors Development Partners (DP) nichts passiert, um den Schandfleck bis zum geplanten Abriss im 4. Quartal 2013 ein wenig anwohnerverträglicher zu machen.
Doch nun scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. „Der Architekt des Investors hat ein vielversprechendes Gestaltungskonzept mit dem Arbeitstitel `Positive Botschaften für Barmbek-Nord´ eingereicht und ist in Gesprächen mit Unternehmen aus Barmbek, um eine Refinanzierung zu erreichen“, erklärt Katja Glahn, Sprecherin des Bezirksamtes Nord. Gunther Köhnlein, bei DP für die Entwicklung des Objekts verantwortlich, bestätigt: „Grundidee ist die Verkleidung der unansehnlichen Fassadenbereiche im Erdgeschoss; bei dem Gestaltungskonzept handelt es sich um eine Kombination aus Informationsbannern und Werbeflächen; letztere sollen einen Teil der Kosten der Verkleidung kompensieren.“ Die Gesamtkosten belaufen sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag, so Köhnlein.
Die umlaufende Holzkonstruktion im Bereich der Schaufenster soll Flächen bieten, um über die geplanten Entwicklungen im Kontext des Stadtteils zu informieren. „Hier werden wir auch die Geschichtswerkstatt Barmbek, das Museum der Arbeit sowie die Zinnschmelze einbinden, mit denen wir parallel entsprechende Inhalte erarbeiten“, so Köhnlein. „Im Bereich der Obergeschosse ist eine Darstellung der geplanten Fassadenstruktur mit Werbeflächen von Sponsoren vorgesehen.
“Wann es soweit sein wird, kann Köhnlein noch nicht sagen, er hofft aber auf eine zeitnahe Lösung, eventuell auch in Etappen: Zuerst könnte die Holzwand stehen, dann die Banner und Plakate folgen.
Immerhin: Nach mehrfachen Beschwerden von Anwohnern und Nachfragen des WochenBlattes wurden zum Ende der vergangenen Woche die vermüllten, von Fäkalien verschmutzten Eingänge gereinigt; die wilde Plakatierung und die notdürftig gesicherten Fensterscheiben sind jedoch immer noch ein Ärgernis. Auch da wäre - nach Meinung einiger Anrainer - eine Holzwand die bessere Lösung. (leu)
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