Schau genau

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Ein Schlachtfeld um einen Papierkorb auf dem Friedhof Ohlsdorf. Wer trägt dafür die Verantwortung – Mensch oder Tier? Foto: Krause

Schmutzfinken auf dem Friedhof Ohlsdorf?

Ohlsdorf. „Solche Schmutzfinken – und das nun auch noch hier auf dem Friedhof!“ So oder so ähnlich wird mancher denken, der dieses Bild sieht. In unseren Straßen sind wir inzwischen an solche Bilder gewöhnt.

Es scheint fast so, als würden die flotten Sprüche wie . „Kommt Zeit, kommt Unrat“ oder „Bitte geben Sie den Kot ein“ auf den roten Abfallschluckern der Hamburger Stadtreinigung eine magische Anziehungskraft auf Vandalen haben. Aber nun auch Schmutzfinken auf dem Friedhof? Wohin sind wir bloß gekommen! Doch ein trauriges Kopfschütteln hilft hier nicht weiter. Genaues Hinsehen schon. Denn wer oder was sitzt auf dem Bild in luftiger Höhe auf einem Ast? Das ist keineswegs ein Fink und schon gar nicht ein Schmutzfink! Dort oben sitzt Corvus corone corone – eine schlichte Rabenkrähe über ihrem Mittagstisch und ist über den aufdringlichen Fotografen leicht ungehalten. Wer lässt sich auch schon gern beim Essen stören! Aber man kann schließlich nicht ewig warten. Schon nach wenigen Minuten lässt Rabenkrähe Menschen Menschen sein und speist mit seinen Freunden weiter. Also kein Mensch und schon gar nicht ein Fink ist für diese Unrat-Landschaft verantwortlich. Aber eines gilt es zu berücksichtigen: Rabenvögel sind nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen Vögel, die denken können. Was denken sie wohl, wenn sie in unseren Müllkörben Lebensmittel finden? Für die Rabenkrähen ist das zweifelsfrei eine gute Sache. Ob das auch ein gutes Zeichen für unsere Zivilisation ist, sei dahingestellt. Das mit dem Schmutzfinken aber, das nehmen wir jetzt sofort zurück! (fjk)
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