Schluss für Diesel?

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Symbolfoto: Thinkstock

Den Grünen stinkt’s: Durchfahrverbot in der Habichtstraße gefordert

Von Thomas Oldach

Barmbek Die Grünen-Fraktion Hamburg-Nord fordert den Senat auf, genau wie für Max-Brauer-Allee und Stresemannstraße, auch für die Habichtstraße verkehrsbeschränkende Maßnahmen für Dieselfahrzeuge anzukündigen. Die Habichtstraße ist nach Angaben des Umweltbundesamts in Sachen Stickstoffdioxid eine der dreckig-sten Straßen Deutschlands.

Michael Werner-Boelz, Vorsitzender der Grünen in der Bezirksfraktion Hamburg-Nord, erläutert: „Ich begrüße ausdrücklich die Fortschreibung des Luftreinhalteplans, die sehr detailliert und fachlich sehr gut ausgearbeitet ist. Bei der Habichtstraße in Barmbek fordern wir aber noch eine Verbesserung – ein Durchfahrverbot für Dieselfahrzeuge muss auch hier angekündigt werden. Eine damit einhergehende Verlagerung von bis zu 11.000 Dieselfahrzeugen/Tag auf eine ganze Reihe umliegender Straßen erscheint uns zum Schutz der 461
Menschen, die an Hamburgs dreckigster Straße leben, angemessen und machbar.“
Aktuellen Messungen zufolge wies die Messstation Habichtstraße 2016 mit 62 µg NO2 den bundesweit sechsthöchsten Belastungswert für Stickstoffdioxid im Jahresdurchschnitt auf und überschritt als einzige Hamburger Station sogar elfmal den Stundenmittelwert von 200 µg NO2.
Die Grüne-Fraktion Hamburg-Nord fordert daher außer einer Durchfahrtbeschränkung für Dieselfahrzeuge auch deren effektive Kontrolle, um eine insgesamt schnellere Einhaltung der Grenzwerte zu erzielen. Dabei sind nicht nur Lkw im Blick, sondern vor allem Pkw, die Grenzwerte inzwischen erwiesenermaßen nicht einhalten.
Christoph Reiffert, Grünen-Sprecher für Umweltpolitik, ergänzt: „Dass die Habichtstraße ohne jede Verkehrsbeschränkung auskommen soll, zeigt für uns, dass Innen- und Verkehrsbehörde, die gemeinsam für die Umsetzung eines Durchfahrtverbots zuständig sind, das immense Gesundheitsproblem Stickstoffdioxid nach wie vor nicht ernst nehmen.“
Selbst der krasse Dieselskandal habe hier kein Umdenken bewirkt – „das rollende Auto steht damit immer noch über dem Recht der Anwohnerinnen und Anwohner auf eine gesunde Wohnumgebung.“
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