Schwere Stürze nach Fuhle-Umbau

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Insgesamt wurden 79 Kantsteine an der Fuhlsbüttler Straße verbaut. Sie sollen die Parkflächen zum Fußgängerweg abgrenzen, können aber für Fußgänger und aussteigende Autofahrer sehr gefährlich werden Foto: mdt

Kantsteine an Parkplätzen werden zu Stolperfallen. Aufruf an Opfer

Von Marco Dittmer
Hamburg

An der Fuhlsbüttler Straße wurden 79 Kantsteine als Parkplatzbegrenzung zum Fußgängerweg verbaut, eine Neuheit in Hamburg. Dass diese Steine zu gefährlichen Stolperfallen für Fußgänger werden können, zeigen gleich zwei Fälle, bei denen die Opfer im Krankenhaus behandelt wurden.

Ein ausgeschlagener Zahn, ein Bruch am Ellenbogen, Abschürfungen und Blut am Knie und im Gesicht – einen Tag vor Silvester war Silvia Niedorf eigentlich schon fast auf dem Weg nach Hause. Den Fisch für das Familienessen hatte sie gerade an der Fuhlsbüttler Straße gekauft, sie wollte nur noch schnell in die Apotheke auf der anderen Straßenseite. Knapp zwei Meter vor der Fahrbahn bleibt sie mit dem rechten Fuß an einem Kantstein hängen und stürzt ohne Schutz aufs Gesicht. Ein Schock für die 58-Jährige, die auch heute noch mit den Folgen zu kämpfen hat.
Bei einem zweiten Fall Anfang des Jahres stolperte eine junge Frau über die Steine und stürzte ebenfalls schwer. Auch hier fiel die Frau völlig unvermittelt, konnte den Sturz aufs Gesicht nicht mehr abbremsen. Das Opfer schlug sich die Zähne aus und zog sich weitere Verletzungen im Gesicht zu.
Apotheker leisten Erste Hilfe


Mitarbeiter der Elefanten-Apotheke an der Fuhlsbüttler Straße leisteten in beiden Fällen Erste Hilfe, per Rettungswagen wurden die Opfer in ein Krankenhaus gebracht. „Wir versorgten die Wunden mit Verbandszeug und beruhigten die Frauen“, so Annette Sieckmann-Linck, Inhaberin der Apotheke. Wie viele Beinahe-Stolperer es bis heute gab ist unklar. Dem Bezirksamt Hamburg Nord liegen zumindest keine Beschwerden von Passanten oder Anwohnern vor. Silvia Niedorf jedoch vermutet, dass die Zahl sehr hoch sein muss. „Die Rettungssanitäter erzählten mir auf der Fahrt, dass es noch mehr Stolper-Opfer wie mich gibt“, sagt Niedorf. Der Frau aus Bergstedt sind die Kantsteine, die Behörde nennt sie Anfahrborde, zuvor nie aufgefallen. Insgesamt 79 von den zwei Meter breiten und zehn Zentimeter hohen Kanten wurden entlang der Fuhlsbüttler Straße verbaut. Sie sind eine Neuheit in Hamburg. Laut Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer sollten die Parkplätze in den breiten Fußgängerbereich integriert werden.

Um zu vermeiden, dass Fahrzeuge auf den Gehweg, der auf gleicher Ebene liegt, rollen, wurden die länglichen Grenzsteine installiert. Die anthrazitfarbenen Steine setzen sich laut Behörde von dem neuen, hellen Gehweg ausreichend ab. „Doch wenn es dämmert, fallen die Steine nicht mehr so stark auf“, sagt Niedorf. Besonders tückisch wird es, wenn Fußgänger zwischen parkenden Autos hindurch schlüpfen wollen. Da die Steine meist noch wenige Zentimeter links und rechts herausragen, können sie leicht übersehen werden. Wer zwischen parkenden Autos durchschlüpfen will oder aus einem Auto steigt, muss also genau aufpassen. Denn die Steine ragen so gut wie immer wenige Zentimeter neben den Autos hervor.
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13 Kommentare
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Matthias Kleinert aus Barmbek | 13.04.2016 | 23:19  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 14.04.2016 | 16:29  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 15.04.2016 | 13:19  
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Frank Rothe aus Barmbek | 18.04.2016 | 18:41  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 19.04.2016 | 11:12  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 19.04.2016 | 14:33  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 19.04.2016 | 17:22  
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Alexander Kleinow aus Barmbek | 21.04.2016 | 10:57  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 21.04.2016 | 14:36  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 21.04.2016 | 14:40  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 21.04.2016 | 14:56  
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Alexander Kleinow aus Barmbek | 22.04.2016 | 15:18  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 23.04.2016 | 09:22  
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