So soll die Fuhlsbüttler Straße in Hamburg ab April saniert werden

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1. Erneuerung der Fahrradwege auf beiden Seiten 2.+3. Bushaltestelle Ohlsdorf: Verlegung nach vorne an den Fahrbahnrand, 4. Neuer Linksabbieger ohne Ampel in den Rübenkamp, 5.+6. Bushaltestelle Feuerbergstraße: Verlegung nach vorne an den Fahrbahnrand, 7.+8. Bushaltestelle Schmuckshöhe: Verlegung nach vorne an den Fahrbahnrand 9. Erneuerung der Fahrradwege auf beiden SeitenGrafik: Frick
 
Oft werden die Radwege zugeparkt, dann wird es eng für Fahrradfahrer Foto: Reiffert/wb

Neuer Asphalt, Bushaltestellen werden verlegt, Radfahrer künftig auf der Straße unterwegs

Von Melanie Bobrich
Hamburg. Schlaglöcher, marode Fahrradwege, unbefestigte Bürgersteige – viele Stellen der Fuhlsbüttler Straße sorgen seit Längerem für Unmut. Doch nun soll Abhilfe geschaffen werden: Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) plant eine Grundinstandsetzung des nördlichen Teils der Straße. So soll voraussichtlich ab April zwischen der Beisserstraße und der S-Bahn Ohlsdorf die Fahrbahn auf gesamter Länge saniert und eine neue Asphaltdecke aufgebracht werden. Auch die Bushaltestellen in diesem Bereich (Schmuckshöhe, Feuerbergstraße und Ohlsdorf) werden erneuert.

Eine neue Linksabbiegerspur im Einmündungsbereich Rübenkamp/Fuhlsbüttler Straße soll zudem für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Durch das Verlagern des Radverkehres von der Nebenfläche auf die Fahrbahn zwischen Rübenkamp und Beisserstraße wird zudem pro Richtung jeweils eine zusätzliche Fahrspur geschaffen - die dadurch zur Verfügung stehenden Nebenflächen sollen als Fußwege befestigt, den Straßenbäumen mehr Platz eingeräumt werden. Bis Mitte 2015 werden die Arbeiten dauern, heißt es. Kosten des Vorhabens, das aus Mitteln des Hamburgischen Haushalt finanziert wird: Rund 4,8 Millionen Euro.

Grüne wollen Radler nur auf der Fahrbahn

So weit, so gut - allerdings nicht für die Grünen: Die Partei kritisiert vor allem die fehlenden Verbesserungen für Radfahrer. Vorgesehen ist in der Planung des LSBG lediglich, dass südlich der Einmündung Rübenkamp Radfahrstreifen eingerichtet werden, nördlich davon jedoch nur in einem kleinen Abschnitt auf der Ostseite im Bereich der Friedhofseinfahrt. In den anderen Bereichen sollen die bislang vorhandenen, sehr schmalen Radwege erhalten bleiben – durch Bäume und parkende Autos von der Fahrbahn getrennt. Zu unsicher, befanden die Grünen und beantragten Nachbesserung beim Regionalausschuss Fuhlsbüttel-Langenhorn-Alsterdorf. Die Forderungen: In die Planungen des LSBG sollen beidseitig Radfahrstreifen auf ganzer Länge aufgenommen werden – auch wenn dann nur noch eine zwei- oder dreispurige Fahrbahn möglich ist. Zudem sollte laut Vorstellung der Grünen überall dort, wo eine zweispurige Straße geplant ist, ein direktes Linksabbiegen des Radverkehrs möglich sein.

Doch SPD, CDU und FDP winkten ab – die Punkte wurden vor im Regionalausschuss zurückgewiesen. Für die Grünen stellt dies eine Rückkehr in die „verkehrspolitische Steinzeit“ dar. „Maß aller Dinge ist – wie schon seit Jahrzehnten – das möglichst ungestörte und damit schnellstmögliche Fließen des motorisierten Verkehrs“, so Thorsten Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bezirk Nord. Dies sei nicht akzeptabel und entspreche vor allem nicht dem heutigen Sicherheitsstandard.

FDP verteidigt Pläne: Staus durch Verengung

Auch den weiteren Forderungen der Grünen wollten die Mehrheitsfraktionen nicht folgen: So sah der Antrag vor, die Gehwege so zu gestalten, dass Kinderwagen und Rollstuhl einander passieren können. Für die Grünen stellt die Ablehnung eine „glatte Machtdemonstration“ dar. Die FDP beurteilt den Vorgang anders: „Der aktuelle Planungsstand zur oberen Fuhlsbüttler Straße ist dem Regionalausschuss nur zur Kenntnis gegeben worden. Lediglich über eine zusätzliche Linksabbiegerspur Richtung Innenstadt in die Schmuckshöhe war zu entscheiden. Dies haben wir abgelehnt. Es ist zu befürchten, dass es bei einer weiteren Verengung zu Staus und stockendem Verkehr kommt.“
„Die damit einher gehende Belastung der Anwohner durch Abgase und Lärm ist aus unserer Sicht nicht zumutbar“, sagt Ralf Lindenberg, Sprecher im Regionalausschuss Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn, auf Anfrage des Wochenblattes. Auch die CDU und SPD sehen noch Nachbesserungsbedarf des Grünen-Antrages: „Wir möchten weiterhin eine Linksabbiegerspur für Fahrzeuge bei der Schmuckshöhe. Auch sollte der Fahrradweg hinter dem Wartehäuschen am Friedhof entlanggeführt werden. Außerdem sind wir natürlich weiterhin am reibungslosen Verkehrsstrom in der Fuhlsbüttler Straße interessiert, der nicht durch Markierungen und Straßenverengungen gefährdet wird“, sagt die CDU-Abgeordnete Gisela Busold.

Jörg W. Lewin, Sprecher für Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz der SPD-Bezirksfraktion-Nord, sieht dies ähnlich – zumindest für den nördlichen Teil im Bereich des Friedhofes. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens im dortigen Bereich solle es bei vier Fahrspuren für den Kfz-Verkehr bleiben. Auswirkungen haben die Planungen anscheinend auch auf eine andere „Baustelle“: Das Mitte 2013 vom Senat verkündete Vorhaben, auch auf der „Fuhle“ nachts Tempo 30 einzuführen, ist auch aufgrund der kommenden Sanierungsarbeiten erst einmal auf Eis gelegt. Die Planungen für die Instandsetzung indes sind bereits in vollem Gange – bevor es allerdings endgültig losgeht, bekommen die Anwohner Post: Etwa zwei Wochen vorher soll per Wurfsendung über Start und Umfang der Arbeiten informiert werden. (mb)
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