Spieletag in Hamburg: Wer macht mit?

Wann? 18.06.2017

Wo? Maurienstraße 19, Maurienstraße 19, 22305 Hamburg DE
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Analog Spielen geht noch in der Zinnschmelze Foto: pm/Busse
 
Beeindruckend: Die „Tapete“ im Wohnzimmer von Andreas D. Meyer und Elke Groenewold besteht aus rund 5.000 Spielen, die sich bis unter die Decke stapeln Foto: Busse
Hamburg: Maurienstraße 19 |

Am 18. Juni lädt die Zinnschmelze wider Jung und Alt nach Barmbek ein

Von Christina Busse
Hamburg-Barmbek
Das ist Barmbeker Tradition: Schon mehr als 250 Mal haben sich Spielwütige jeden Alters in der Zinnschmelze zusammengesetzt und gemeinsam gespielt, immer am dritten Sonntag im Monat. Seit über 20 Jahren gibt es den Spieletag in dem Stadtteilkulturzentrum. „Wir sind wahrscheinlich einer der am längsten existierenden Treffs“, sagt Andreas D. Meyer stolz. Die Idee dazu ist so entstanden wie vieles andere: „Abends in der alten Zinnschmelzen-Kneipe nach dem zweiten Bier“, erinnert sich der Barmbeker. Premiere war im Dezember 1994.

5.000 Spiele auf Lager


Bis heute bestücken der 60-Jährige und seine Lebensgefährtin Elke Groenewold das zu jedem Treffen wechselnde Spieleangebot aus eigenem Bestand – und erst ein einziges Mal hätten sie einen Termin „verschwitzt“, schmunzelt Meyer. Wie viele Spiele sie auf Lager haben? „5.000 bestimmt“, schätzt er. Entsprechend beeindruckend ist der Anblick in der Wohnung des Paares: Da türmen sich die Spielekartons in mehreren Reihen bis unter die Decke. Als echter Kenner weiß Meyer aber natürlich genau, wo was ist: Mit einem Griff zieht er jedes gewünschte Spiel hervor. Die Leidenschaft für Gesellschaftsspiele hat ihn schon früh gepackt: Im kirchlichen Jugendtreff. Während des Studiums war er dann selbst in der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig, baute eine Spielothek auf. „Dann wollte ich mal was anderes spielen als ‚Risiko‘ und bin 1990 das erste Mal auf die Spielemesse in Essen gefahren“, erzählt Meyer. Schnell waren die ersten 70 Spiele zusammen, von da an nahm die Entwicklung ihren Lauf.

Offener Treff


Von seinem riesigen Spielfundus profitieren die Besucher des offenen Treffs in der Zinnschmelze: Für Kinder und Erwachsene ist ebenso etwas dabei wie für Einsteiger und Fortgeschrittene, für diejenigen, die lieber kürzere Runden spielen genauso wie für solche, die sich über Stunden in ein Spiel vertiefen wollen. Das Tolle: Hier findet sich immer jemand zum gemeinsamen Spiel. Das Publikum ist bunt gemischt. „Ich bin aus Karlsruhe in Hamburg zu Besuch und hatte gerade noch etwas Zeit“, berichtet zum Beispiel Alexandra Beikert (20), die zusammen mit dem regelmäßigen Gast Andreas Kinnunen (35) und der Eppendorferin Lisa Roderer (27) eine Runde „Steamtime“ spielt. „Ich bin neu im Hamburg und habe Gleichgesinnte gesucht“, freut sich Roderer über die Möglichkeit zum monatlichen Treffen. Das allgemeine Interesse sei über die Jahre gestiegen, erläutert Meyer. Vom Kleinkind bis zur Oma kämen die Spieler, langjährige „Stammkunden“ seien ebenso dabei wie neue Gesichter. Sein Anliegen: Mehr Familien zu animieren, mit ihren Kindern zu spielen. „Denn es gibt immer noch zu viele Familien, in denen Spielen gar nicht vorkommt“, so seine Erfahrung. Die Auswahl an Spielen, die zur Verfügung stehen, ist enorm: Rund 1.000 neue Produkte kämen pro Jahr auf den Markt, so Meyer. Auch da bietet der Spieletreff Orientierung. Kinder können sogar als Spieletester die neuesten Entwicklungen bewerten.

Freier Eintritt


Der 251. Spieletag steht am Sonntag, 18. Juni, an. Von 14 bis 18 Uhr wird in der Maurienstraße 19 wieder gemeinsam gedacht und gelacht. Außerdem startet die diesjährige Aktion „Kinder testen Spiele“: Alternativ zum „Kinderspiel des Jahres“, das von Erwachsenen gekürt wird, entscheiden hier die Kinder mittels eines Fragebogens über die besten Spiele des Jahrgangs. Der Eintritt ist wie immer frei.

Spieletipps vom Experten


Spiele-Experte Andreas D. Meyer hat für die Wochenblatt-Leser seine Spiele-Tipps zusammengestellt:

- Für die Lütten: „Keksäää! Wer zuerst mampft…“. Die Spieler schlüpfen in die Rollen eines liebenswerten Monsters und versuchen per Wurf des Würfels so schnell wie möglich die Leckerei zu finden, die am Ende einer verschlungenen Lakritzschnur darauf wartet, verspeist zu werden. (Asmodee Verlag, ab 5 Jahren, 2-4 Spieler, ca.10 min.)

- Für die Familie: „Cacao“. Als Stammeshäuptlinge versuchen die Spieler ihre Völker durch den Handel mit der Götterfrucht Kakao zu Ruhm und Wohlstand zu führen. Nur wer seine Arbeiter geschickt einsetzt und die Macht der Götter für sich zu nutzen weiß, wird reich belohnt. (Abacus Verlag, ab 8 Jahren, 2-4 Spieler, ca. 45 min.)

- Für alle, die gerne mal länger spielen: „Russian Railroads“. Im späten russischen Zarenreich versucht sich jeder Spieler an drei Eisenbahnstrecken. Da gibt es die Hauptstrecke nach Transsibirien, die lukrative Strecke nach Sankt Petersburg und die moderne Strecke nach Kiev. Ein Wettkampf um das Vorantreiben die Industrialisierung und die Fähigkeiten der besten Ingenieure.
(HiG Verlag, 2-4 Spieler, ca. 120 min.)
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