Spurensicherung

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Wie eine Ruine mitten im Dschungel: Die alte Pathologie am Erika-Mann-Bogen ist eines von Harald Ehlers Lieblingsgebäuden in Barmbek, das er schon mehrfach fotografiert hat. Foto: Lublow

Geschichtswerkstatt stellt „Erinnerungs“-Projekt vor

Von Sylvana Lublow
Barmbek. Wie sah es in Barmbek eigentlich vor 40 Jahren aus? Welche Gebäude gab es bereits, welche sind dazugekommen und was ist geplant für die Zukunft?
Die Geschichtswerkstatt Barmbek hat im Herbst 2011 begonnen, diese Fragen mit dem Projekt „Spurensicherung“ zu beantworten. Um die Spuren von Gebäuden, Straßen, Grünzügen, Höfen, Geschäften oder Baumaßnahmen zu sichern, wird in der Geschichtswerkstatt ein offenes Archiv mit Fotos und Videofilmen angelegt, welches immer weiter ausgebaut werden soll. „Jeder kann in das Archiv hinein arbeiten. Wir nehmen alte und neue Fotos auf. Es gibt viele Hobby-Fotografen, die uns zu diesem Zweck Bilder schenken“, erklärt Harald Ehlers, Leiter der Geschichtswerkstatt und Initiator des Projektes. Der 58-jährige Fotograf und Grafiker steuert jede Menge eigene Fotos bei. „Ich fotografiere Barmbek schon mein Leben lang“, sagt Ehlers, der in Barmbek aufgewachsen ist und dort auch die Hochschule für Bildende Kunst besucht hat. Er weiß genau, wie es vor 40 Jahren in seinem Stadtteil aussah und ist sehr an den Veränderungen interessiert, von denen ihm einige zusagen, andere weniger. 70 Objekte sind bis jetzt schon für das Archiv fotografiert worden. Zu Harald Ehlers Lieblings-Objekten zählen die Bauschilder für neue Wohnquartiere, von denen in Barmbek derzeit viele entstehen. „Dort stehen so schöne Worte, wie Eilbek-Garden, The Bridge, Pure living oder Parklofts Waterfront Osterbek. Das muss man einfach festhalten“, sagt Ehlers und lächelt. In einem Stadtteil, der sich ständig verändert, kann morgen schon Geschichte sein, was heute aktuell ist. „Wir wollen das Archiv auch für die Nachwelt mit Bildern füllen“, sagt Ehlers. Zudem soll das vom Bezirksamt Nord geförderte Projekt ebenfalls für zukünftige Ausstellungen und Publikationen genutzt werden. „Nächstes Jahr werden wir ein Buch herausbringen mit Bildern aus dem Archiv“, sagt Ehlers. „Mit dem Projekt Spurensicherung möchten wir dazu beitragen, dass unsere Erinnerungen in Barmbek zumindest fotografisch im Gedächtnis bleiben.“ (sl)
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