Spurensuche nach Linie 9

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Wo fuhr der „Rhabarberexpress“? Alte Fotos helfen bei der Suche Foto: tel

Historische Führung durch Bramfeld am Tag der Geschichtswerkstätten

Bramfeld Schon die Geschichten wären ein Eintrittsgeld wert gewesen: Zum „Tag der Geschichtswerkstätten“ am vergangenen Sonntag öffnete der Bramfelder Trägerverein seine Pforten zum Stöbern in alten Akten, Fotos und Karten. Gleichzeitig lud Stadtführerin Gudrun Wohlrab zur historischen Führung auf den Spuren der alten Straßenbahnlinie 9, dem sogenannten Rhabarberexpress, ein. Und Wohlrab, bekleidet mit einer alten Straßenbahnschaffner-Uniform (schwarzer Filz mit rotem Kragensaum), staunte nicht schlecht, als sie plötzlich von rund 30 Personen umringt war. Ausgestattet mit großformatigen Kopien historischer Fotos aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die Wohlrab unter den Gästen verteilte, ging es auf die Pirsch: „Mal sehen, ob Sie davon noch etwas wiedererkennen.“ Und tatsächlich fanden sich Elemente, die die Zeiten überlebt haben, von alten Gebäuden bis zum Friedhofszaun. „Die Linie 9 fuhr von 1948 bis zum Mai 1965 nach Bramfeld“, erklärte Wohlrab. Und warum hieß die Bahn „Rhabarberexpress“? Weil sie durch die Bramfelder Rhabarberfelder fuhr.
Bei so vielen Reminiszenzen kam so mancher Besucher ins Plaudern, wobei Marga Beckers (74) Geschichte alle begeisterte: „Ich bin von 1954 bis 1957 wochentags mit der Bahn von Bramfeld zum Gymnasium Lerchenfeld an der Mundsburg gefahren. Anfangs war die Strecke in Bramfeld noch eingleisig. Zum Wenden musste die Bahn an der Endhaltestelle über eine Weiche fahren, die im Winter häufig einfror. Da kamen wir natürlich zu spät zur Schule, und der Schaffner gab uns einen kleinen Vordruck als Entschuldigung wegen Betriebsstörung – mit Stempel und Unterschrift.“ Im Anschluss an die historische Wanderung wollten einige Gäste noch das Ausweichquartier des Stadtteilarchivs am Dorfanger (hinter der Post) kennenlernen. Leiterin Ulrike Hoppe erklärt die temporären Wechsel der Räume: „Aufgrund der Brakula-Sanierung sind wir mindesten ein Jahr lang in diesen Ersatzräumen untergebracht. Ich hoffe, die Bramfelder finden uns hier auch.“ (tel)
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