Stadtbahn: Finales Aus?

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So schön sollte es auch in Steilshoop und Bramfeld werden: Noch 2010 hatte die Hochbahn ein Gutachten zur Stadtbahn erstelltVisualisierung: HVV
 
An der der Kreuzung soll die Metrobuslinie 7 vier Minuten schneller machenFotos: Sobersko

Trasse wird durch Busbeschleunigung „blockiert“

Von Tanja Sobersko
Steilshoop. Wenn es nach dem Willen der SPD geht, sind die Pläne für eine Stadtbahn möglicherweise endgültig beerdigt. Die geplante Busbeschleunigung in der Gründgensstraße kann das Aus für eine mögliche Trasse und damit für den Bau einer überirdisch geführten Bahnlinie bedeuten.
Um auf der Metrobuslinie 7 zwischen Borchertring und dem US-Bahnhof Barmbek eine Fahrzeitverkürzung von vier Minuten zu erzielen, plant der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) eine umfassende Neuordnung der Gründgensstraße in Steilshoop. So sollen drei Kreisverkehre die Ampelkreuzungen Gründgensstraße, Ruwoldtweg, Flitz-Flinte-Ring sowie Gründgensstraße, Alfred-Mahlau-Weg, Gropiusring und Gründgensstraße, Gustav-Seitz-Weg ersetzen. Außerdem plant der Landesbetrieb, den Rückbau der Fahrradwege zu Gunsten von Fahrradschutzstreifen und den Umbau aller Bushaltestellen zu Haltestellen am Fahrbahnrand. Die Kosten für diese Baumaßnahme werden mit drei Millionen Euro beziffert, Baubeginn soll 2014 sein.
Auf Nachfrage des verkehrspolitischen Sprechers der Linken, Julian Georg beim Dezernat für Wirtschaft, Bauen und Umwelt gab es bereits die eindeutige Auskunft: „Angesichts der umfangreichen Umbauten und Investitionen, die nach den vorliegenden Unterlagen im Zuge der Busbeschleunigung beabsichtigt sind (…) muss davon ausgegangen werden, dass diese Maßnahmen faktisch auf Jahrzehnte hinaus irreversibel sind, das heißt, dass die Option einer späteren Realisierung der Stadtbahn damit faktisch aufgegeben wird.“

Unterschiedliche Infos

Anfang September hieß es dagegen vonseiten des Bezirksamtes Wandsbek: „Die durch das Busbeschleunigungsprogramm veranlassten baulichen Maßnahmen tangieren insoweit auch die Stadtbahntrasse, da Hindernisse aufgebaut werden. Diese sind aber nicht irreversibel. Sollte sich ein künftiger Senat erneut der Umsetzung der Stadtbahn zuwenden, müssten die baulichen Hindernisse im Zuge des Busbeschleunigungsprogramms zurückgebaut werden.“ Erst bauen, um dann zurückzubauen? Julian Georg, von der Linken: „Natürlich ist nichts irreversibel. Alles kann man wieder zurückbauen. Aber durch diese Maßnahme wird die Hürde für einen möglichen zukünftigen Senat für die Stadtbahn auf dieser Trasse sehr hoch gesetzt.“
Damit werde eine Entscheidung gegen eine Schienenanbindung von Steilshoop getroffen. Man solle in allen weiteren Planungen sicherstellen, dass eine mögliche Einführung der Stadtbahn auf dieser Trasse problemlos möglich sei. Ebenso sieht es Joachim Nack, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bezirksfraktion Wandsbek: „Das Verkehrsmittel der Zukunft ist die Stadtbahn. Bei der anstehenden Neustrukturierung der Gründgensstraße muss also zwingend darauf geachtet werden, dass die geplante Stadtbahntrasse nicht verbaut wird. Wir befürchten, dass diese Maßnahmen früher oder später zum Zankapfel werden, denn für die Stadtbahn müssten sie kostspielig zurückgebaut werden.“ Der Antrag der SPD, dass die Fachbehörden Verkehrskonzepte erarbeiten sollen, damit die Bereiche Anderheitsallee, Fritz-Reuter-Straße und Fabriciusstraße nicht als „Abkürzungs- oder Schleichweg“ missbraucht werden, wurde bei Enthaltung der CDU in der Bezirksversammlung einstimmig angenommen. Über das Thema Stadtbahn wurde nicht gesprochen. Lars Kocherscheid-Dahm, verkehrspolitischer Sprecher der SPD Fraktion Wandsbek, sagte auf WochenBlatt-Nachfrage: „Wir begrüßen jede Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in Hamburg und somit auch die beabsichtigten Maßnahmen im Bereich Steilshoop. Wichtig für uns war und ist, dass hiermit keine endgültige Entscheidung gegen die Stadtbahn getroffen wurde.“ Das hätten sowohl das Bezirksamt als auch die zuständige Fachbehörde zugesichert.
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