Stadtteil Dulsberg erhält Auszeichnung

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Jürgen Fiedler vom Arbeitskreis Dulsberg hat die Ehrung für die Plakataktion dankend entgegengenommen Foto: Grell

Zweite Gedenkveranstaltung für Yagmur. Erinnerungspreis für Anti-Gewalt-Aktion in Hamburg

Dulsberg Im Dezember fand die zweite Gedenkveranstaltung für Yagmur statt, die durch Gewalt ihrer Eltern ums Leben kam. Das Leben und Sterben des damals dreijährigen kleinen Mädchens hatte die Menschen in Hamburg so betroffen gemacht, dass sich viele Unterstützer fanden, die im Rahmen der in diesem Jahr gegründeten Yagmur Stiftung die Kinderschutzpraxis in Hamburg verbessern wollten. Gleichzeitig zur Gedenkstunde im Hamburger Rathaus wurde auch der Yagmur Erinnerungspreis zum Thema „Zivilcourage im Kinderschutz“ verliehen.

Aktion gegen häusliche Gewalt


Der Arbeitskreis Dulsberg hatte mit einer Plakataktion gegen häusliche Gewalt in Familien so überzeugt, dass der Erinnerungspreis in diesem Jahr in den Stadtteil Dulsberg ging. Die Yagmur Gedächtnisstiftung gibt damit einen Impuls an die Gesellschaft, die Politik, die Verwaltung und die Gerichte, um den Kinderschutz verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen. Mit Plakaten, die sich öffentlich für ein „Wir vom Dulsberg sagen NEIN“ aussprachen, hatte auch der Arbeitskreis im Stadtteil Dulsberg das Thema Gewalt in den Fokus gerückt, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger Menschen zu beschuldigen, sondern in ihren gewaltfreien Ansätzen zu stärken und zu ermutigen. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, so Jürgen Fiedler vom Arbeitskreis „und hoffen, damit ein Zeichen setzen zu können“.

Gegen Misshandlung von Kindern


„Und wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass Tayler, der sein Leben noch nach dem Tod von Yagmur gewaltsam verlor, das letzte Kind war das unter öffentlicher Aufsicht in Hamburg durch Vernachlässigung und Misshandlung zu Tode gekommen ist“, sagt Michael Lezius, der Gründer der Yagmur Gedächtnisstiftung. Michael Lezius hat 20.000 Euro als Basisfinanzierung für den jährlich zu vergebenden Stiftungspreis zur Verfügung gestellt. Die Yagmur Gedächtnisstiftung will die UN-Kinderrechtskonvention bekannter machen, erreichen, dass Kinderrechte bei Vernachlässigung und Misshandlung über die Elternrechte gestellt werden und die Rückführung von Kindern aus Pflegefamilien zu den leiblichen Eltern nur dann stattfindet, wenn die Sicherheit gewährleistet ist, dass sie dort in guten Händen sind. Mit der Plakataktion gegen Gewalt in der Erziehung konnte der Stadtteil Dulsberg die Jury überzeugen. „Mit dieser Auszeichnung hatten wir gar nicht gerechnet, freuen uns aber natürlich sehr“, betonte Jürgen Fiedler. So könne man das Konzept, das im Stadtteil viele Leute angesprochen habe, auch fortführen. Der nächste Schritt sei nun, die betroffenen Familien auch konkret anzusprechen und in ihrer gewaltfreien Erziehung zu unterstützen. Dr. Ralf Kleindiek, der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium in Berlin war extra zum Gedenktag angereist. Er lobte das Engagement, das Michael Lezius mit seiner Stiftung ins Rollen gebracht hat. (kg)

Weitere Infos: Yagmur Stiftung Hamburg
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