Stadtteilbüro vor dem Aus?

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Frank Lundbeck, Sprecher des Stadtteilrats Barmbek-Süd, und der Vorsitzendes des Stadtteilvereins Barmbek-Süd, André Bigalke setzen sich für den Erhalt des Stadtteilbüros ein. Foto: Burmeister

Stadtteilverein profitiert nicht vom Geldfluss für das „Basch“

Von Britta Burmeister
Barmbek-Süd. Das Barmbek Basch kann vorerst aufatmen. Am 13. Dezember hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord beschlossen, für die Jahre 2013 und 2014 jeweils 70.000 Euro aus den Zuweisungen des Quartiersfonds für das Stadtteilzentrum in Barmbek-Süd zur Verfügung zu stellen. Das sind zwar pro Jahr 10.000 Euro weniger als bisher, aber genug, um den Fortbestand des bisherigen Angebots vorerst zu sichern. Benötigt wird das Geld, um die Koordinationsstelle zu sichern. Die sieben Einrichtungen, die unter dem Dach des Stadtteilzentrums organisiert sind, profitieren von dieser Zuwendung nicht. Oder nur ideell, denn das kleine Büro im Erdgeschoss ist so etwas wie das Herz des gastfreundlichen Hauses. Es ist immer dann Ansprechpartner, wenn es um Fragen geht, die das Zentrum insgesamt betreffen. Dazu gehören die interne Vernetzung, die Kommunikation mit den Besuchern des Hauses und auch die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Untermieter in der Wohldorfer Straße 30 ist das Stadtteilbüro, das vom Stadtteilverein Barmbek-Süd betrieben wird und Anlaufstelle für Arbeitsgruppen und Initiativen ist, die sich für ihren Stadtteil interessieren und engagieren. Die Verwechslungsgefahr mit dem Koordinationsbüro des Barmbek° Basch ist – oberflächlich betrachtet – groß, denn beide arbeiten Tür an Tür und vertreten sich bei Bedarf auch gegenseitig. Tatsächlich aber liegen die Tätigkeitsschwerpunkte des Stadtteilbüros woanders und auch finanziell agieren beide Einrichtungen völlig unabhängig voneinander.
Für den Fortbestand des Stadtteilbüros kämpft André Bigalke: „Wir brauchen 28.000 Euro pro Jahr, um die Kosten für die halbe Stelle, die Miete, Büromaterial und kleinere Veranstaltungen zu finanzieren“, erklärt der Vorsitzende des Stadtteilvereins, der das Büro betreibt. Gegründet wurde der Stadtteilverein im Sommer 2006 mit dem Ziel, die Arbeit des Quartiermanagements fortzusetzen, das die Stadt im September 2000 im Rahmen des befristeten Stadtteilentwicklungsprogramms STEP für das Quartier Dehnhaide eingesetzt hatte.
Auch der von öffentlicher Hand eingerichtete Quartiersbeirat fand einen würdigen Nachfolger. Er wurde durch den Stadtteilrat abgelöst, der sich nach wie vor regelmäßig am 1. Mittwoch im Monat trifft, um aktuelle Themen aus dem Stadtteil zu diskutieren. Willkommen ist jeder, der im Quartier Barmbek-Süd lebt oder arbeitet. Wer einmal an zwei Sitzungen teilgenommen hat, gilt als stimmberechtigt. Mit dem monatlich erscheinenden Quartiersinfoblatt informiert der Stadtteilverein darüber hinaus über Neuigkeiten und verleiht dem Bürgergremium zugleich eine Stimme, die auch in Verwaltung und Politik gehört wird. „Das Stadtteilbüro ist so etwas wie die Geschäftsstelle des Stadtteilrates und bietet ihm ein Minimum an Infrastruktur“, erklärt Frank Lundbeck, Mitglied im Sprecherteam des Bürgergremiums. Im Augenblick ist das Büro montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr besetzt und damit eine niedrigschwellige erste Anlaufstelle für viele Anwohner, die ein Anliegen oder eine Frage haben. Ohne finanzielle Unterstützung kann der Stadtteilverein dieses Angebot noch circa sechs Monate aufrechterhalten. „Ehrenamt braucht Unterstützung!“ appelliert Frank Lundbeck an die politischen Entscheidungsträger. „Es ist so eine Art Lebenslüge zu glauben, dass Einrichtungen wie diese nach einer Anlaufphase von alleine laufen!“ (bb)
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