Stimmen für bessere Luft

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Setzen sich für ein sauberes Barmbek ein: Ulrike Sparr und Michael Werner-Boelz mit der Unterschriftenlisten für die Volkspetition des BUND. Foto: Kuchenbecker
 
Autoabgase verunreinigen die Luft. In der Habichtstraße herrscht dicke Luft: Hier wird regelmäßig der Grenzwert überschritten. Fotos: Kuchenbecker

BUND sammelt Unterschriften für die Einhaltung von Dreckgrenzwerten

Barmbek. Es stinkt gewaltig an der Habichtstraße. Die Hauptverkehrsstraße gehört zu den am stärksten befahrenen Straßen im nördlichen Hamburg. Bei so viel Verkehr bleibt es nicht aus, dass Schadstoffe in die Luft gelangen und die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigen können. Und manchmal auch irreparable Schädigungen hervorrufen. Die GAL-Fraktion Hamburg-Nord unterstützt daher die neue BUND-Kampagne „Hamburg atmet auf“.
Der Zusammenhang zwischen einer „persönlichen Erkrankung“ und dem „Dreck der Habichtstraße“ sei auf den ersten Blick nicht immer gleich erkennbar. Doch Langzeit-Studien würden belegen, dass es eine „Beziehung“ zwischen Krankheit und Wohnort gebe. Das erklärte jetzt Ulrike Sparr, umweltpolitische Sprecherin der GAL-Fraktion Hamburg-Nord. „Wir müssen die Gefahren ernst nehmen“, so die Politikerin weiter, schließlich gehe es hier um die Gesundheit von Menschen.
Um auf die Gesundheitsgefährdung der Anwohner an der vielbefahrenen Straße in Barmbek weiter aufmerksam zu machen, unterstützen die Grünen die neue Kampagne der Umweltorganisation BUND. Diese fordert Senat und Bürgerschaft auf, unverzüglich Maßnahmen für die Einhaltung der Europäischen Richtlinie für Luftreinhaltung an Hamburgs Straßen zu ergreifen. Wichtig ist dem BUND in seiner Volkspetition, dass der gültige Grenzwert an Stickstoffdioxid (NO2) bis spätestens Ende des kommenden Jahres eingehalten wird. Denn gerade Stickoxide gelangen durch das Atmen in die Lunge und können dort Entzündungen, Asthma und Bronchitis auslösen. Gefährlich ist dies für Kinder, da deren Lungenfunktion dadurch besonders gehemmt wird. Bei älteren Menschen „drückt“ diese Belastung auf das Herz-Kreislauf-System und ruft dort Schädigungen hervor.
Ulrike Sparr weiter:„Diese Aktion des BUND begrüßen wir ausdrücklich. Der Senat und auch die SPD im Bezirk Nord haben lange versucht, die schleichende Gesundheitsschädigung von Zehntausenden durch Stickoxide auszusitzen.“ Seit Januar 2010 dürfen laut EU-Richtlinie 2008/50/EG über Luftqualität und saubere Luft für Europa in einem Kubikmeter Luft im Jahresmittel höchstens 40 Mikrogramm NO2 enthalten sein. Doch mit diesem Grenzwert gibt es laut BUND in Hamburg Probleme: An allen Verkehrsmessstationen der Hansestadt wird dieser Wert deutlich überschritten. Im Durchschnitt um 50 Prozent.
Besonders an heißen Sommertagen steigt die gesundheitliche Belastung für Anwohner an verkehrsreichen Straßen noch drastisch an. Denn Stickoxide tragen zur Bildung von Feinstaub und bodennahem Ozon bei. Eine weitere Gefahrenquelle für die Gesundheit.
Etwa 220.000 Hamburgerinnen und Hamburger leben in Gebieten mit gesundheitsgefährdender Stickoxidbelastung. Dazu zählt in Barmbek insbesondere der Bereich um die Habichtstraße sowie entlang der Saarlandstraße. Die Grünen wollen hier Maßnahmen prüfen lassen, die zu einer Verbesserung der Luftqualität führen könnten. Probeweise soll nachts das Höchsttempo auf 30 Stundenkilometer verringert werden, um Lärmbelastung und Schadstoffausstoß zu vermindern. In einem Teilbereich der Habichtstraße sollte auf Wunsch der GAL-Fraktion sogar tagsüber ein Tempolimit von 30 km/h geprüft werden. Sparr: „An der Habichtstraße hätten wir die Möglichkeit, die Wirksamkeit einer Temporeduktion anhand der dortigen Luft-Messstation wissenschaftlich zu überprüfen.“ (nk)
Weitere Informationen zur Volkspetition im Internet unter www.bund-hamburg.de.
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