Streit um Frohbotschaftskirche

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Zankapfel Frohbotschaftskirche – ein möglicher Abriss des Kirchenschiffs und Nebengebäuden beschäftigt die Dulsberger und auch die Mitglieder des Regionalausschusses. Foto: nk

Die Linke fordert Denkmalschutz

Dulsberg/Barmbek. Es war ein rauer Schlagabtausch in einer „aufgeheizten“ Sitzung zwischen Politikern und Bürgern in der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg. Und das bei einem sensiblen Thema: Es ging um den möglichen Abriss der Frohbotschaftskirche, dem Wahrzeichen des Dulsbergs.
Kirche und Staat seien ganz bewusst voneinander getrennt. So lautete das Statement von Alexander Kleinow (SPD) während der Sitzung. Auf gar keinen Fall wolle man sich von Seiten der Politik her in die Angelegenheit der Kirche einmischen.
Kleinow: „Der Regionalausschuss wird niemals die Entscheidung des Kirchenabriss treffen.“ Öffentliches Interesse hin oder her. Kleinow weiter: „Ich maße mir doch nicht an, in die Geschicke der Kirche einzugreifen.“
Dabei regt und bewegt ein möglicher Abriss und ein kleinerer Kirchenneubau die Gemüter.
Maren Wichern, Pastorin in der Gemeinde, skizzierte den Ausschussmitgliedern das Dilemma, in dem die Kirchengemeinde steckt: Die Kirche ist sanierungsbedürftig, aber es fehle das Geld. Außerdem ist das Kirchenschiff samt Nebengebäuden und Turm als denkmalwürdig eingestuft.
Noch hält sich das Denkmalamt bedeckt. Es ist die Rede von „unter Schutzstellung“; die Kirche sucht das Gespräch mit dem Denkmalschutzamt. Die Terminplanung läuft.
Die Linke will Denkmalschutz für die Kirche

Verständnisvoller zeigte sich GAL-Ausschussmitglied Michael Schilf, der seiner Verbundenheit mit dem Stadtteil Ausdruck verlieh, aber auch vor „Wunschvorstellungen“ warnte, die er als problematisch bezeichnete. Lars Buschmann von Die Linke bezeichnete die baulichen Mängel an der Kirche hingegen als „marginal“ und verlieh dem Antrag seiner Fraktion damit noch mehr Nachdruck.
Diese hatte gefordert, das Bezirksamt möge für die Gebäude ein Denkmalgutachten einholen und damit die förmliche Unterschutzstellung einleiten. Weiter soll Bezirksamtsleiter Rösler die bisherige Position des Denkmalschutzamtes aufrechterhalten und stärken. Außerdem möge er den Ausschuss über weitere Gespräche mit der Kirche zeitnah unterrichten.
Vollendete Tatsachen?
Protest und Einwände waren auch aus den Reihen der Zuschauer vernehmbar. Immer wieder wurde von ihnen bemängelt, dass die Problematik überhaupt nicht im großen Kreis, mit ihnen, ausdiskutiert worden sei. Ihr Fazit: Man fühle sich vor vollendete Tatsachen gestellt.

Geteilte Abstimmung
Die Abstimmung über den Antrag der Linken war ebenso problematisch wie die gesamte Diskussion.
So wurde über den ersten Punkt nicht abgestimmt, der zweite mit einer Ja und 14-Nein-Stimmen abgelehnt – und der dritte Punkt wurde dann als „erledigt“ aufgefasst. Schließlich unterrichte das Bezirksamt die Ausschüsse regelmäßig, das gehöre ja zu seinen Aufgaben, hieß es weiter. (nk)
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