Streit ums Dinner in Weiß

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Wer darf zum Picknick in Weiß aufrufen? Hier das Event auf den Michelwiesen 2012Foto : Frick

Hamburgerin sieht Markenrecht verletzt und fordert Bramfelder auf, Event abzusagen

Von Silvia Stammer
Die Vorstellung klingt wunderbar: Auf dem Bramfelder Marktplatz stehen weiß gedeckte Tische, weiß gekleidete Menschen zelebrieren ein Picknick in fröhlicher Gemeinschaft. Doch der Plan eines White Dinner in Bramfeld (wir berichteten) stößt nicht überall auf Begeisterung: Manon Dunkel, Initiatorin des ersten Weißen Dinner Art 2010 in Hamburg-Eimsbüttel, pocht darauf, nur sie hätte die Rechte am Weißen Dinner in Hamburg. Sie fordert die Bramfelder auf, die Veranstaltung abzusagen.
Dunkel, hauptberuflich PR-Beraterin, hatte im Hamburger WochenBlatt von den Plänen für den 24. Mai in Bramfeld gelesen. Und war nicht begeistert: „Wenn künftig jedes Wochenende in jedem Stadtteil Hamburgs ein Weißes Dinner über die Bühne geht, ist die Idee kaputt“, sagt die 40-Jährige.
Sie habe sich das Event Weißes Dinner in Hamburg beim Deutschen Marken- und Patentamt schützen lassen. Die Mitglieder der Bramfelder Interessengemeinschaft (BRAIN) hätten keine Nutzungserlaubnis. Bis 30. April sollten sich die Bramfelder von ihrer Dinner-Idee verabschieden, sonst treffe man sich womöglich vor Gericht. Inzwischen haben beide Parteien Anwälte eingeschaltet.
Manon Dunkel argumentiert, sie wolle den einzigartigen Charakter des Weißen Dinners, das ursprünglich als Diner Blanc in Paris entstanden ist, erhalten. „Es soll einmal im Jahr an einem Ort für alle Hamburger stattfinden.“ Das war zuletzt 2012 auf den Michel-Wiesen der Fall, dort kamen rund 5000 Menschen zusammen. Für „Kopien und Trittbrettfahrer“, so Dunkel, habe sie kein Verständnis. Sie verdient selbst, wie sie sagt, nichts an der Veranstaltung, die 2013 wiederum in Hamburg stattfinden soll. Platz und Ort stehen schon fest, die Genehmigung für das Dunkel-Dinner steht noch aus.
Aber es gab 2011 ein Weißes Dinner in Duvenstedt, warum ist sie dagegen nicht vorgegangen? Das war so „weit am Stadtrand“, da habe sie es „durchgehen“ lassen. Bramfeld sei größer und zentraler.
Dort will man sich jedoch nicht einfach vom stilvollen Picknick auf dem neuen Marktplatz verabschieden. Geschäftsmann Hans-Jochim Damms: „Dieses Gemeinschaftserlebnis wäre wirklich schön!“ Jürgen Brunke von der Marktgalerie argumentiert: „Mag sein, dass Frau Dunkel die Bildmarke Weißes Dinner schützen möchte. Die Einspruchsfrist läuft übrigens noch bis Juli. Bramfeld trifft sich aber zum White Dinner und die Veranstaltung selbst kann sie sich nicht schützen lassen.“ Er will es auf eine juristische Auseinandersetzung ankommen lassen. Die Feuerwehr Bramfeld hat laut Brunke schon angekündigt, in voller Besetzung zum ultimativen Picknick zu kommen...
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1 Kommentar
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Richard Hofzumberge aus Altstadt | 12.06.2013 | 22:21  
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