Stricken, Häkeln, Nähen

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Beim ersten Treffen kamen schon viele Handarbeiterinnen ins Café im Bürgerhaus. Jeder hilft dem Anderen, Ideen und Tipps werden ausgetauscht. Foto: Lublow

„Guerilla knitting“ auch in Barmbek angekommen

Von Sylvana Lublow
Barmbek. „Achtung: Geschenk“ - so nennt Ines Hartwigsen ihre Aktion, die kürzlich im Bürgerhaus startete. Jeden Dienstagabend kann in einer offenen Textilwerkstatt gestrickt, gehäkelt oder gestickt werden. „Die Werkstatt ist für alle offen, die dem Stadtteil, ihren Liebsten oder sich selbst etwas Schönes schenken wollen“, erklärt Ines Hartwigsen, die den Kurs leitet. Die 44-Jährige wohnt in Altona, hat aber viele Jahre in Barmbek gelebt und seit langer Zeit engen Kontakt zum Bürgerhaus. Als sie gefragt wurde, ob sie das Projekt „Textilwerkstatt“ leiten wolle, habe sie gerne zugesagt.

Ausstellung in Vorbereitung
„Ich stricke seit meiner Kindheit. Alle Frauen in meiner Familie haben Handarbeit gemacht. Wir Kinder haben immer Kleider gestrickt bekommen“, erzählt die Fremdsprachensekretärin. Kunsthandwerk ist bis heute ihr großes Hobby. Derzeit häkelt und näht Ines Hartwigsen für eine Ausstellung im kommenden Jahr im Bürgerhaus.
In der Textilwerkstatt sind Profis ebenso gern gesehene Gäste wie blutige Anfänger. „Jeder zeigt dem Anderen, was er kann. Wir helfen uns. So ist zumindest der Plan“, sagt Hartwigsen, die auch ihr Wissen und Können bei den regelmäßigen Treffen weitergeben möchte. „Jeder kann selber entscheiden, was er machen möchte; ob einen Pullover für sich selbst stricken oder einen Schal für die Oma oder eben Verkleidungen für den Stadtteil“, erklärt sie. Denn der Trend „Guerilla knitting“ – Objekte im Stadtbild mit Gehäkeltem oder Gestricktem zu verschönern – ist auch in Barmbek angekommen. Ein Beispiel dafür, wie so etwas aussehen kann, ist das Geländer am Eingang zum Bürgerhaus: Das hat eine bunte Verkleidung aus Wolle bekommen. Blumenkübel, Laternenmasten oder Skulpturen könnten die nächsten bestrickten Objekte sein.
Beim ersten Treffen in der Textilwerkstatt kamen bereits zehn Frauen und Kinder. „Ich möchte meiner Tochter zeigen, wie schön es ist, zusammen zu sitzen und etwas Produktives zu machen. In der Schule wird Handarbeit ja leider nicht mehr unterrichtet“, sagt Susanne Bajja, die ihrer Tochter Miriam (10) im Bürgerhaus das Stricken beibringt. „Die Textilwerkstatt ist eine tolle Idee. Es ist locker und ungezwungen, einfach eine schöne Atmosphäre“, sagt Stefanie Rückers, die endlich mal wieder häkeln möchte. Auch das „Guerilla knitting“ könnte sich die 38-Jährige gut vorstellen.
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