Tatort Bramfeld

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Der Meister und sein Nachwuchs: Autor Gunter Gerlach freute sich über die kriminelle Energie der Preisträgerinnen Astrid Klusmann (links) und Tanja Sobersko.Foto: Lublow

Preisverleihung beim Krimi-Wettbewerb „Finsterer Ginster“

Von Sylvana Lublow
Bramfeld. Morde, Entführungen, Banküberfälle, Verfolgungsjagden, 22 überwiegend weibliche Todesopfer: Das ist das Ergebnis des Krimiwettbewerbs „Finsterer Ginster“, den das Stadtteilkulturzentrum Brakula erstmalig ausgeschrieben hat. Anlass war das 30. Jubiläum der Kultureinrichtung. Die Aufgabe war, einen Kurzkrimi (fünf Seiten) zu schreiben, der in Bramfeld spielt.
26 Einsendungen durfte die Jury lesen. Die zehn Besten wurden in einem Buch mit dem Titel „Finsterer Ginster“ veröffentlicht. Die Jury-Mitglieder Britta Burmeister vom Brakula, Enno Tiaden von der Buchhandlung Heymann, Polizist Markus Wiegandt und der Hamburger Krimiautor Gunter Gerlach wählten außerdem die besten drei Krimis aus, die in der vergangenen Woche mit einem Pokal ausgezeichnet wurden. Den ersten Preis gewann die freie Journalistin Tanja Sobersko, die unter anderem auch für das Hamburger WochenBlatt arbeitet. Mit „Die Chance“ konnte die 40-Jährige die Jury überzeugen. Der Krimi erzählt von einem Mann, der zehn Jahre zuvor seine Tochter bei einem Autounfall mit Fahrerflucht verlor. Als gescheiterte Existenz und verlassener Ehemann erhält er von einem Freund die Chance für einen Neubeginn: Er übernimmt eine Kneipe in Bramfeld.
Dort begegnet er einem Stammgast, der ihm im angetrunkenen Zustand gesteht, vor zehn Jahren ein Mädchen totgefahren zu haben – und danach geflohen ist. Ist das endlich die Chance für Rache?
Der bekannte und preisgekrönte Autor Gunter Gerlach lobte an der Geschichte vor allem die Szenen in der Kneipe. „Ich bin ein Fan von Gerlach. Für mich ist es wie ein Ritterschlag, von ihm gelobt zu werden“, sagt Tanja Sobersko. Die Mutter eines achtjährigen Mädchens hat schon häufiger an Literaturwettbewerben teilgenommen. „Aber noch nie habe ich den ersten Preis gewonnen. Ich freue mich maßlos!“
Mit „Das Mädchen an der Kreuzung“ belegte die 44-jährige Bramfelderin Astrid Klusmann den zweiten Platz. „Ich habe zum ersten Mal eine Geschichte geschrieben. Am schwierigsten war es, mich kurz zu fassen“, erzählt sie. Und auch der dritte Platz ging an eine Frau: Hannelore Zuschlag schrieb „Blutroter Sonnenuntergang“. Leider konnte die 82-Jährige ihren Preis nicht persönlich abholen, da sie einen Schlaganfall erlitt. Zwei Freundinnen nahmen für sie den Pokal entgegen.
Die Jury kannte beim Lesen und Bewerten der Krimis weder die Namen, noch das Geschlecht der Autoren. „Alle Preisträger sind Frauen, das ist toll. Hier brauchen wir jedenfalls keine Frauenquote“, sagte Gerlach bei der Preisverleihung. Der Autor krönte die Feierlichkeit mit einer Lesung. Er trug zwei seiner eigenen Kurzgeschichten vor und gab nach der Verleihung geduldig Autogramme und signierte Bücher. (sl)

Das Buch „Finsterer Ginster“ ist für 6,49 Euro unter anderem in der Heymann-Buchhandlung in der Marktplatzgalerie in Bramfeld erhältlich.
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