Tierhaus Steilshoop bleibt gefährdet

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Zukunft weiter ungewiss: Das Tierhaus ist ein für den Stadtteil wichtiges Kinder- und Sozialprojekt, betont Alraune-Geschäftsführerin Petra Lafferentz Foto: Haas/wb
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Erhalt des Kinder- und Sozialprojekts weiter unklar: Beschluss des Bezirks nicht bindend

Steilshoop Nach dem Abriss des Bildungszentrums sollte das Tierhaus in vier Jahren ebenfalls weichen. Dagegen gab es Proteste (das Wochenblatt berichtete). Nach rund 1.400 Unterschriften aus Steilshoop für den Erhalt des Tierhauses schien ein wohlwollender Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek die Weichen im November umzustellen. Damit seien „wichtige Schritte auf dem Weg zum Erhalt des Tierhauses getan“, feiert der Linken-Bezirksverband Wandsbek seinen parlamentarischen Erfolg – unter dem Titel: „Proteste wirken“.

Wer ist zuständig?

Doch wer ist jetzt zuständig für einen positiven Bescheid? Die verplante Fläche von 2.600 Quadratmetern ist eine Liegenschaft der Schulbehörde, also städtisches Eigentum. Betrieben wird das ehemalige Schulprojekt seit etwa zehn Jahren vom Beschäftigungsträger Alraune, mit Fördermitteln der Sozialbehörde. Die Gesundheitsbehörde ist involviert, wegen der Überwachung nach dem Tierschutzrecht sowie das Bezirksamt Wandsbek, letzteres aber lediglich nach dem Tierseuchenrecht.

Fläche wurde „überplant“

Schon 2015 wurde öffentlich, dass das Tierhaus „überplant“ sei, weil es in der „Rahmenplanung Nord“ nicht vorkommt. Die jetzt schon explodierenden Baukosten für den neuen Campus Steilshoop sollen sich durch Verkauf von „überflüssigen“ schulischen Arealen refinanzieren: als Baugrund von Wohnungen für das Konzept der „wachsenden Stadt“. Alraune sei als Betreiber des Tierhauses in die Planungen zur Neugestaltung des Tierhauses doch mit einbezogen gewesen, der Träger habe keinen Bedarf für das Tierhaus angemeldet, heißt es lapidar in der aktuellen Antwort auf eine Senatsanfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Sabine Boeddinghaus (Linke). „Weil wir damals nicht explizit informiert wurden, gingen wir davon aus, das Tierhaus würde ebenso wie der benachbarte Spielplatz auch in Zukunft beibehalten“, sagt Alraune-Geschäftsführerin Petra Lafferentz.

Ohne bindende Wirkung

Die Bezirksversammlung beschloss indessen, prüfen zu lassen, ob sich das Tierhaus in die Rahmenplanung Nord integrieren lasse; wenn nicht, ob es auf eine andere geeignete Fläche verlegt werden könne. „Das Bezirksamt prüft derzeit die einzelnen Punkte. Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, antwortet Lena Voß, Sprecherin des Bezirksamtes Wandsbek. Während dort geprüft wird, vermeldet Daniel Stricker von der Finanzbehörde: „Die Bauplanung wird vom Beschluss der Bezirksversammlung nicht berührt, da diese sich ausschließlich an den Anforderungen der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) ausrichtet.“ Und BSB-Sprecher Peter Albrecht ist zum Tierhaus aktuell überfragt, sachkundige Referenten seien im Urlaub. „Grundsätzlich gilt jedoch, dass der Beschluss einer Bezirksversammlung für eine Behörde keine bindende Wirkung hat.“ Die Zukunft des Tierhauses bleibt also weiter fraglich. (wh)

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Weitere Infos: Tierhaus Steilshoop
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