Tobias Maaslands Idee: Erste Hilfe fürs Herz

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An diesen Infosäulen könnten die elektronischen Lebensretter für jedermann gut erreichbar angebracht werden Foto: Thiele

Hamburger Hochbahn prämiert Laien-Defibrillatoren auf Bahnsteigen

Barmbek „Als der Anruf mit der Nachricht kam, dass ich zu den Gewinnern gehöre, war ich natürlich ganz aus dem Häuschen“, erinnert sich Tobias Maasland aus Barmbek. Der 33-jährige Datenanalyst erreichte den mit 2.000 Euro dotierten 3. Platz beim Max-Brauer-Preis – ein Ideenwettbewerb der Hamburger Hochbahn. Sein Thema: Wie lassen sich einfach und für jedermann zugänglich automatische Defibrillatoren auf Bahnsteigen der Hamburger U-Bahnhöfe anbringen? Dafür erstellte er eine Machbarkeitsstudie im Rahmen seiner Bachelorarbeit. Drei Monate lang changierte Maasland für seine Untersuchungen zwischen Hamburgs U-Bahnhöfen und seinem Schreibtisch, um Daten auszuwerten und verschiedene Lösungsansätze zu erstellen. „Ich wollte nicht nur für die Uni arbeiten, sondern etwas machen, das praktisch anwendbar ist“, erklärt der gebürtige Delmenhorster, der seine Abschlussarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Studiengang Rettungsingenieurwesen absolvierte. Das langfristige Ziel der Zusammenarbeit mit der Hochbahn AG ist die flächendeckende Anbringung der sogenannten Laiendefibrillatoren - das sind automatische elektrische Schockgeber (AED), die im Notfall das Herz wieder in Gang bringen sollen – auf den U-Bahnsteigen Hamburgs. Im Gegensatz zu Defibrillatoren aus dem Rettungsdienst sind die AEDs für Laien besonders geeignet. „Sollte eine Person zum Beispiel wegen Kammerflimmern umkippen, kann der AED-Koffer herangezogen werden. Der spricht dann (per Sprachmodul) mit dem Helfer und gibt Anweisungen. Anschließend kann der durcheinandergebrachte Herzschlag per Knopfdruck wieder resettet werden“, erläutert der ehemalige Rettungssanitäter.
Wichtig: Während der AED beschafft wird, muss ein anderer Helfer erste Hilfe leisten. Tobias Maaslands Rat: „Man sollte zuerst den Kopf der Person leicht anheben und die Atmung prüfen. Dann einfach zum Takt des Lieds ‚Staying Alive‘ von den Bee Gees auf die Brust drücken. So wird die Durchblutung aufrechterhalten“, erklärt der Ex-Rettungssanitäter und fährt fort: „Wenn die Leute schnell reagieren, ist das hilfreich. Durch den AED ist die Überlebenswahrscheinlichkeit ohne Folgeerscheinungen dann noch höher, weil der Herz-Muskel-Rhythmus wieder hergestellt wird.“ Durch eine mediale Aufklärungskampagne beispielsweise auf den Bildschirmen in den U-Bahnen soll die richtige Vorgehensweise und Anwendung der Defibrillatoren vermittelt werden. In Kürze will die Hochbahn die finale Entscheidung zur konkreten Umsetzung des Projekts verkünden. (ut)
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