Turnhallensanierung am Klinikweg

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HTBU-Geschäftsführerin Gundel Schmidt fürchtet um die Existenz ihres Vereins. Foto: Burmeister

Finanzbehörde: „Der Verein profitiert überproportional!“

Barmbek. Abgesehen von einem sehr gut besuchten Nikolauscup, hält die Weihnachtszeit bisher keine positiven Ereignisse für die Hamburger Turngesellschaft Barmbeck-Uhlenhorst e.V. (HTBU) bereit. Ende Januar werden drei der insgesamt vier Sporthallen, in denen der traditionsreiche Sportverein täglich sein Programm bestreitet, für Sanierungsarbeiten geschlossen (das WochenBlatt berichtete). Bleibt es bei dieser Entscheidung, müssen rund 70 Prozent der Kurse bis Ende November 2013 in anderen Hallen stattfinden. Geschäftsführerin Gundel Schmidt fürchtet um die Existenz ihres Vereins. Erschwerend komme hinzu, dass es den Teilnehmern der Kindersportgruppen und der ärztlich begleiteten Herzsportkurse nicht zuzumuten ist, weite Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Die Sanierung der Sporthallen, die zur Beruflichen Schule Uferstraße (W2) und zur Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik (FSP1) gehören, begrüßt die HTBU grundsätzlich sehr. Nur mit dem Vorgehen ist man im Verein gar nicht einverstanden.
Die Schulbau Hamburg (SBH), eine Unterabteilung der Hamburgischen Finanzbehörde, weist die Vorwürfe zurück. In einer Stellungnahme teilte die zuständige Pressestelle wörtlich mit: „Unmittelbar nach Vertragsabschluss mit HEOS als privatem Partner, haben alle Beteiligten, einschließlich Vertretern des HTBU, an einer Präsentationsveranstaltung zur Standortsanierung teilgenommen und wurden über den Ablauf informiert. Weiterhin sind zeitnah die betroffenen Bezirke über die Hallensperrzeiten schriftlich in Kenntnis gesetzt worden.“
„Das ist nur die halbe Wahrheit“, sagt Gundel Schmidt. Auf der Präsentationsveranstaltung sei die HTBU nur zufällig vertreten gewesen. Eine offizielle Einladung habe es für den Verein nicht gegeben. Auch für den „intensiven Dialog“ mit der Bauleitung, auf den die Behörde sich an anderer Stelle ihres Schreibens beruft, sieht Gundel Schmidt die Initiative auf ihrer Seite. Die zeitversetzte Sanierung der großen Halle am Klinikweg und des im Obergeschoss desselben Gebäudes befindlichen Gymnastiksaals ist aus Sicht der Behörde keine Alternative zur vorliegenden Planung. „Diese Möglichkeit wurde geprüft und bedeutet im Resultat einen erhöhten Aufwand“, so die Pressestelle der Finanzbehörde. So würde zum Beispiel eine provisorische Beheizung, eine mehrfache Baustelleneinrichtung und Bauabschnittstrennungen benötigt. Die Folge: Längere Bauzeiten und in der Summe höhere Baukosten.
Dem Verein schaden oder gar seine Existenz bedrohen will die Behörde aber auf gar keinen Fall. In der Stellungnahme heißt es dazu: „Im Gegenteil profitiert der Verein überproportional von der Sanierung und Modernisierung aller Hallen, die er langfristig und nahezu exklusiv an diesem Standort nutzen kann.“ Das Bezirksamt Hamburg-Nord bestätigte unterdessen, von der Finanzbehörde in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Hier versuche man, der HTBU mit der Hilfe anderer Vereine so viele Ersatzzeiten wie möglich zur Verfügung zu stellen. (bb)
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