U-Bahnlinie 5: Entwarnung für Hartzloh

Anzeige
Die Hamburger Hochbahn prüft eine neue Streckenvariante ohne Umsteigemöglichkeit am S-Bahnhof Rübenkamp Foto: wb
Hamburg: Nordheimstraße |

Neue Streckenvariante ohne „Beule“ für die U 5 billiger und schneller

Von Michael Hertel
Hamburg-Barmbek
Bei der Planung der U-Bahnlinie 5 Ost (Bramfeld – City Nord) prüft die Hamburger Hochbahn jetzt eine neue Streckenvariante in Barmbek-Nord, ohne die bislang favorisierte Umsteigemöglichkeit am S-Bahnhof Rübenkamp. Die neue Variante, bei der man auf den Umweg der sogenannten „Barmbeker Beule“ verzichtet, würde die Streckenlänge um rund 1,2 Kilometer verkürzen und die Zahl der Stationen um eine verringern. Die Baukosten könnten sich so geschätzt um mehr als 200 Millionen Euro reduzieren. Es entfiele die – bei Anwohnern stark umstrittene – Station „Hartzloh-Ost“.

Probeläufe enttäuschen

Nicht Sparzwang stecke hinter der neuen Überlegung, sondern die enttäuschende Netzwirkung eines Umsteigebahnhofs Rübenkamp, erklärten Staatsrat Andreas Rieckhof (Senatsverkehrsbehörde) und die Hochbahnexperten bei einem Pressegespräch. Wie die geplante U-Bahnlinie von den Fahrgästen angenommen wird, lässt sich mit Hilfe entsprechend komplexer Computersoftware errechnen. Bei Probeläufen enttäuschten vor allem die langen Umsteigewege zwischen S- und U-Bahn am Rübenkamp. Führt man die Trasse nicht über die „Barmbeker Beule“ sondern von Steilshoop aus fast geradlinig über eine Station an der Nordheimstraße zur Sengelmannstraße (Umstieg zur U 1), spart man 1,2 Kilometer Strecke, eine Station und – bei einer Gesamtfahrzeit von rund elf Minuten bis in die City Nord – überschlägig auch noch rund drei Minuten Fahrzeit.

Hartzloh-Ost eher unnwahrscheinlich

Rieckhof: „Im Test fiel die Sengelmannstraße besser als erwartet aus, Rübenkamp dagegen schlechter.“ Zur geplanten Station Hartzloh-Ost am südlichen Ende der „Beule“ meinte der Staatsrat: „Die dortigen Anwohner können sich entspannen. Die Realisierung dieser Station ist unwahrscheinlich.“ Im Zuge der Neuplanung kündigte die Hochbahn weitere Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung „nach der Sommerpause“ an. Am Rande des Gesprächs erfuhr das Wochenblatt, dass in diesen Tagen mit dem Planfeststellungsbeschluss für die neue Station Oldenfelde an der U1 zu rechnen ist: Es habe nicht einen Einspruch gegeben. Staatsrat Rieckhof lobte die umfangreiche Bürgerbeteiligung der Hochbahn, durch die die Planungsphase „sehr gut gelaufen“ sei. Erste Arbeiten für die Haltestelle (Kosten: rund 20 Millionen Euro) zwischen Farmsen und Berne sollen diesen Herbst beginnen. Bauzeit: rund zwei Jahre.

Lesen Sie auch: Kommt die U5 auch an den Borgweg?

Lesen Sie auch: U-Bahn 5: Streit um Station in Steilshoop

Lesen Sie auch: Front gegen U5-Pläne wächst
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige