U5 – fahrerlos durch die Stadt

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Fahren die U-Bahnen nach Bramfeld voll automatisch? So plant es die Hochbahn, um höhere Taktungen zu gewährleisten Fotomontage: tel/wb

Bürger sollen über Station in Steilshoop mit entscheiden. Info-Termine vor den Sommerferien

Von Michael Hertel
Barmbek/Steilshoop/Bramfeld
Die Signale stehen auf Grün: Mit der U 5 (Bramfeld – Osdorfer Born) bekommt Hamburg seine erste voll automatische
U-Bahnlinie. Der erste Bauabschnitt (U 5 Ost) zwischen dem Bramfelder Dorfplatz und der Station „New-York-Ring“ in der City Nord soll nach den Plänen von Senat und Hamburger Hochbahn (HHA) 2020/2021 gestartet werden. Die Fertigstellung ist für 2026/27 vorgesehen. „Das Projekt ist auch politisch nicht mehr umkehrbar“, versicherte Wirtschaftssenator Frank Horch bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie dem Wochenblatt. Die Studie für den West-Abschnitt soll im Herbst dieses Jahres vorgelegt werden.

Internationaler Standard


Voll automatisch bedeutet, dass die Züge aus der Betriebszentrale und nicht mehr von einem Fahrer im Führerstand aus gefahren werden. „Das ist inzwischen internationaler Standard. Damit können wir dichtere Takte mit Abständen von bis zu 90 Sekunden fahren. Dabei ist der automatische Betrieb im Bau kaum noch teurer als ein konventionelles System mit Zugführer“, erklärt Jens-Günter Lang, Vorstand Technik bei der HHA. Weltweit gebe es mehr als 40 Bahnlinien mit automatischem Betrieb – in Deutschland allerdings läuft bislang nur in Nürnberg ein fahrerloser U-Bahnbetrieb. Zur Sicherheit der Fahrgäste werden die Stationen in Hamburg mit sogenannten Bahnsteigtüren ausgestattet – zusätzlich zu den üblichen Waggontüren. Die Kosten für den sechs Kilometer langen Ostabschnitt der U 5 mit sechs Stationen (Bramfeld, Steilshoop, Hartzloh, Rübenkamp, Sengelmannstraße, New-York-Ring) wurden noch nicht genannt. Bekannt ist aber, dass der Bau eines U-Bahnkilometers zwischen rund 80 und 200 Millionen Euro betragen kann. Für den Ostast der U 5 wie auch die 1,2 Kilometer lange Ausfädelung der U 4 auf die Horner Geest ab Horner Rennbahn mit den Stationen Stoltenstraße und Dannerallee (geplanter Baustart: 2019) beginnt jetzt eine umfangreiche Bürgerbeteiligung, die nach den Worten des neuen Hochbahn-Chefs Henrik Falk „offen und transparent mit den Bürgern als Experten vor Ort“ geführt werden soll. Denn auch für die U5 steht noch längst nicht alles bereits fest: So sollen die Bürger beispielsweise bei der Frage, ob die Steilshooper Station am Schreyerring oder an der Gründgensstraße gebaut werden soll, ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Die ersten Informationsveranstaltungen sind noch vor den Sommerferien geplant.
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