Uhlenhorster Bürger gegen „Verklotzung“

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Diese alte Villa in der Fährhausstraße steht leer. Wird sie bald einem klotzigen Neubau Platz machen müssen? Fotos: Hanke

Anwohner protestieren gegen Neubau teurer Eigentumswohnungen

Uhlenhorst. Am Feenteich klafft ein großes Loch in der Reihe der größtenteils schönen Häuser. Zu vielen kann man getrost Villen sagen. Ein Haus wurde abgerissen. Nicht das erste in den letzten Jahren auf der Uhlenhorst.
Und es wird nicht das letzte sein, denn einige Häuser stehen schon seit vielen Jahren oder Monaten leer, warten auf den Abrissbagger. „Fünf, sechs Objekte stehen zur Diskussion“, weiß Dirk-Peter Bonk aus der Fährhausstraße.
Das missfällt immer mehr Uhlenhorstern. Denn die abgebrochenen Häuser wurden durch „Klötze“ ersetzt, wie Dirk-Peter Bonk sich ausdrückt, klobige, oft überdimensionierte Gebäude mit sündhaft teuren Eigentumswohnungen. Einigen Anwohnern des schönen Stadtteils am Ostufer der Außenalster reicht es jetzt. Sechs haben sich zur Bürgerinitiative Uhlenhorst zusammengeschlossen. „Wir haben nichts gegen Abriss. Aber die Neubauten sollten ins Milieu passen. Wir haben etwas gegen Klötze, die nur des Profites wegen gebaut werden. Dagegen werden wir uns wehren“, stellt Dirk-Peter Bonk, der Sprecher der Initiative, klar. Er und seine Mitstreiter wissen, dass sie Abriss und Neubau von Häusern nicht verhindern können, wenn Abriss- und Baugenehmigungen erteilt wurden. Aber sie streben Milieuschutz für Uhlenhorst an, so wie es ihn bereits für Harvestehude und Rotherbaum auf der anderen Alsterseite gibt. Überhaupt pflegt die neue Initiative gute Beziehungen zu Gleichgesinnten zwischen Dammtorbahnhof und Eppendorf. „Wir kooperieren mit Harvestehude“, erzählt Bonk. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Uhlenhorst/Hohenfelde wird angestrebt.
Warum sind schöne Altbauviertel wie Uhlenhorst plötzlich ins Visier von Spekulanten geraten? „In exponierten Lagen explodieren die Preise. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung kostet hier schon eine Million Euro. Die werden als Anlageobjekt gekauft“, berichtet Bonk. Deutsche Immobilien haben einen guten Ruf. Die steigende deutsche Wirtschaftskraft macht sie gerade fürs Ausland mächtig attraktiv. Dieser Macht der Wertsteigerung haben die Behörden wenig entgegenzusetzen. Es sei denn, für Uhlenhorst wird eine Milieuschutzverordnung erlassen, ein Instrument, dass in Harvestehude und Rotherbaum schon erfolgreich zum Erhalt alter Bausubstanz eingesetzt wurde. Damit das Stadtbild von Uhlenhorst nicht verklotzt wird oder womöglich von halbfertigen und verfallenden „Klötzen“ geprägt wird, denn schon wird die Gefahr einer deutschen „Blase“ beschworen, eines Zusammenbruchs des überteuerten Immobilienmarktes, so wie erst vor wenigen Jahren in den USA.
Die Bürgerinitiative Uhlenhorst kann übrigens noch Verstärkung gebrauchen. Wer sich anschließen möchte, meldet sich bei Dirk-Peter Bonk unter t 0170 / 288 29 00. (ch)
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