Umverteilung des Geldes?

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Das Kinder- und Familienhilfezentrum im Barmbek Basch gehört zu den Einrichtungen, die von den Einsparungen im Haushalt der BASFI betroffen sind. Foto: Burmeister

Jugendhilfeausschuss: Bezirksamt legt Vorschlag zur Mittelverteilung vor

Von Britta Burmeister
Hamburg-Nord. Im Finanz- und Kulturausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Nord steht am heutigen Mittwoch ein Thema auf der Tagesordnung, das seit Mitte Februar wie ein Damoklesschwert über den freien und kommunalen Trägern der Jugend- und Familienhilfe schwebt. Geht es nach dem Willen des Senates, erhalten die Bezirke ab 2013 nur noch 90 Prozent der Haushaltsmittel, die bisher für die Förderung der Häuser der Jugend, der Bau- und Aktivspielplätze, der Straßensozialarbeit sowie für den Erhalt der Elternschulen und der Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD) zur Verfügung standen.
Begründet wird die Kürzung im Haushalt der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) mit einer systematischen Umsteuerung der Jugendhilfemittel zu Gunsten der Ganztagsschulen. Der Senat geht davon aus, dass die Träger der freien Jugendhilfe in Zukunft mit den Schulen kooperieren werden.
Helmut Szepansky, Leiter des Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) im Barmbek Basch, hat kein Verständnis für diese Entscheidung. „Unsere Zielgruppe sind junge Familien mit Neugeborenen und Kleinkindern“, erklärt er. „Dieses Angebot wird nie Teil der Ganztagsschulen sein!“ Trotzdem muss – sollte der Haushalt im Dezember wie geplant beschlossen werden – auch das KiFaZ ab 2014 zehn Prozent einsparen. „Wir haben schon in den letzten Jahren etwa 20 Prozent unseres Budgets durch verschiedene Konsolidierungsmaßnahmen verloren“, berichtet Szepansky. „Diese Sparpläne werden wir nicht ohne weiteres verkraften!“
Anja Geest und Cindy von Papen schätzen das offene Angebot des KiFaz sehr. Bis zu dreimal die Woche kommen die beiden Mütter mit ihren Kindern Levy (16 Monate) und Hannah (2) zum Spielen, Basteln oder einfach Klönen in die Wohldorfer Straße. „Ich verstehe nicht, warum immer bei den Kindern gespart wird!“ ärgert sich Anja Geest. Die Umsteuerung zu Gunsten der Ganztagsschule kann sie nicht gut heißen: „Beide Angebote sind grundlegend wichtig“, sagt sie „Man kann doch nicht zwei gute Sachen gegeneinander ausspielen!“
Für das Jahr 2013 konnte das Bezirksamt inzwischen Entwarnung geben: Sollte die Bürgerschaft Mitte Dezember dem Haushaltsplanentwurf des Senats und damit auch den Kürzungen zustimmen, will der Bezirk Hamburg-Nord die Finanzierunglücke für das Jahr 2013 mit Hilfe von Restmitteln stopfen. Allein für die Förderung der regionalen Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit sollen 149.000 Euro aktiviert werden. Insgesamt stünden dann für die Arbeit der Freien Träger im Bezirk Hamburg-Nord 1.599.000 Euro zur Verfügung. Für die Familienförderung in Hamburg-Nord sind im Haushalsplanentwurf des Senats aktuell 293.000 Euro eingeplant. Durch die Inanspruchnahme von Restmitteln könnte dieser Betrag einmalig auf 324.000 Euro erhöht werden. Der dritte von den Konsolidierungsmaßnahmen betroffene Topf enthält die Rahmenzuweisungen der sozialraumorientierten Jugend- und Familienhilfe. Hier könnten in 2013 mit Hilfe des Bezirks rund 599.000 Euro verplant werden. Wie genau die zur Verfügung stehenden Mittel gegebenenfalls auf die Einrichtungen verteilt werden, ist im heutigen Jugendhilfeausschuss Gegenstand der Diskussion.
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