Umweltschutz im Unterricht an der Osterbek

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Durchreichen in der Menschenkette: Gemeinsam werden schwere Feldsteine ins Bachbett gehievt Foto: Haas
Barmbek Das hier war kein Picknick; sondern harte Arbeit. Trotzdem bereitete sie den 200 Schülern sichtlich Spaß. Acht Klassen aus den drei Standorten der Stadtteilschule Barmbek rückten aus an die Osterbek. Alle packten mit an, diesmal im Abschnitt an der Nordschleswiger Straße. Ausstaffiert mit Gummistiefeln wuchteten sie mächtige Steine und Geröll in Schubkarren und fuhren sie ans schwer zugängliche Bachbett. Große Feldsteine, Baumstämme und Kies in Eimern reichten sie am Steilufer per Menschenkette weiter und verbauten alles in der Osterbek.
„Wir verknüpfen Umweltschutz im Unterricht hier mit nachhaltigem Handeln. Denn wer selbst Hand anlegt, kann viele Themen ganz praktisch begreifen lernen.“ erklären Schulleiter Bernd Tissler und Projektleiter Hubertus Heinicke. Beide haben alle Hände voll zu tun mit der Koordination der bunten Truppe, unterstützt werden sie dabei von Oberstufen-Schülern. Die hatten sich zuvor schon im Bio-Profil „Natur und Umwelt“ schlau gemacht und ihren Mitschülern Sinn und Zweck ihres Einsatzes vermittelt. „Die Osterbek wurde früher begradigt und taugte nur noch als tiefer gelegtes, lebloses Abflussrinnsal. Dagegen können wir hier was tun.“ Davon sind Ali Saghaei und Joana Stenschke überzeugt. Beide Oberstufen-Schüler engagieren sich als Bachpaten schon länger für die Osterbek. „Als Hamburger nehmen wir starken Anteil daran, wie sich die Natur in der Stadt entwickelt. Und bei dieser Aktion können wir alle einen aktiven Beitrag leisten.“ Das Schöne sei: Alle könnten den Nutzen ihrer Arbeit erkennen. „Bald schon kann man Libellen, Frösche und Fische beobachten oder kleine Lebewesen im Wasser studieren.“ sagen die Bachpaten.
Wie schon vor zwei Jahren im Bereich Lämmersieth halfen die Schüler der Stadtteilschule, einen weiteren Abschnitt der Osterbek wieder natürlicher zu gestalten. Der Einbau von Baumstämmen, Geröll und Kies im Bachbett dient als Strömungslenker. Dadurch entstehen veränderte Fließgeschwindigkeiten und Ruhezonen, in denen sich wieder mehr Leben im und am Wasser entfalten kann. „Von dieser Aktion profitieren alle: Tiere und Pflanzen bekommen so einen neuen Lebensraum. Und die Schüler können beobachten, wie sich die Natur durch ihren Einsatz wieder entfaltet.“ erklärte Andreas Lampe, zufrieden mit der Aktion der Schule. Der Nabu-Referent für Gewässerschutz ist zuständig für die Renaturierung von Seebek und Osterbek und leitete zusammen mit ehrenamtlichen Nabu-Helfern die Schüler fachlich an. Durch die neu geschaffenen Lebensräume werde – mit etwas Glück – auch der Eisvogel hier wieder heimisch. Insgesamt 14 Bach-Aktionstage veranstaltet der Nabu im gesamten Stadtgebiet in diesem Jahr. (wh)
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