Verfahrene Lage auf Marktplatz

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Viel Fläche, aber kaum Fußgänger. An den Tagen, an denen hier kein Wochenmarkt stattfindet, ist es auf dem Bramfelder Marktplatz leerFotos: Sobersko
 
Gisela Rehse scheut Parkhäuser und würde sich sehr über einen eingeschränkten Parkbereich auf dem neu gestalteten Marktplatz freuen

Bramfelder Ideen: Autos teil- oder zeitweise zulassen. SPD pocht auf Parkverbot

Von Tanja Sobersko
Bramfeld. Der Bericht des WochenBlatts über Autofahrer, die regelmäßig das Parkverbot auf dem Bramfelder Dorfplatz ignorieren, bewegt die Gemüter. Dieses Parkverbot, so scheint es, spaltet nun einen Stadtteil. Auf der einen Seite die Autofahrer, die ihre Parkmöglichkeiten auf dem Marktplatz schmerzlich vermissen, auf der anderen Seite diejenigen, die sich über verkehrsfreie Ruhe auf ihrem Marktplatz freuen. Dann gibt es aber auch noch die Bramfelder, die auf einer gemeinsamen, konstruktiven Lösung „herumdenken“. Eine von letzteren ist WochenBlatt-Leserin Stephanie Kruse. Sie meldete sich gleich nach Erscheinen des Artikels. Sie ist eine Verfechterin der Parkplatzoption und hat folgende Vorschläge: „Der Platz ist groß und grau, (….). Es lädt also auch nicht zum Sitzen auf einer Bank ein, wenn man auf tristen Beton schaut. Toll wäre doch ein eingeschränkter Parkbereich auf der Fläche. So bleibt ein großer Teil erhalten (…). So hätten Taxis die Möglichkeit Personen für die Ärzte vor der Tür abzusetzen. Für Privatpersonen könnte man eine Parkscheibe wählen.“ Vor Ort nachgefragt ergibt sich ein ähnliches Bild. Gisela Rehse aus Steilshoop, die hier regelmäßig die Einkaufsmöglichkeiten nutzt, würde gerne wieder auf dem Marktplatz parken: „Ich weiß, es gibt hier ein Parkhaus, aber ich mag Parkhäuser nun mal nicht. Ist so ein Bauchgefühl. Wenn man auf dem Marktplatz vielleicht eine gekennzeichnete Zone für Kurzparker hätte, das wäre toll“. Dieter Walkenhorst aus Rahlstedt geht sogar noch weiter: „Gucken Sie sich den Platz doch heute mal an“, sagt der Autofahrer und deutet auf die Fläche, „hier ist doch nix los, der ganze Platz ist leer. Ich verstehe ja, wenn der Platz für Autos gesperrt würde, wenn Wochenmarkt ist, aber an Tagen wie heute, da kann man ihn doch zum Parken freigeben.“ Ganz anders hingegen die Stimmen der älteren Generation in Bramfeld. Marga und Fred Seemann, die bereits seit Jahrzehnten in Bramfeld wohnen, freuen sich sehr über den verkehrsfreien Marktplatz, auf dem es jetzt sehr viel ruhiger zugeht. Und sie denken dabei nicht nur an sich: „Hier sollen doch auch mal Kinder spielen können, ohne Angst vor Autos haben zu müssen“, so das fürsorgliche Senioren-Ehepaar.
Die Politik arbeitet zeitgleich ebenfalls an einer Lösung, allerdings nur hinsichtlich der Durchsetzung des Fahr- und Parkverbots auf dem Marktplatz. Der Platz soll Fußgängerzone bleiben. Die SPD-Fraktion Wandsbek hat per Antrag in der Bezirksversammlung die Bezirksverwaltung gebeten, nach alternativen Maßnahmen zu suchen, um das Parken auf dem Marktplatz zu unterbinden. Dazu Carsten Heeder, SPD: „Dass der Bramfelder Marktplatz zum unberechtigten Parken verwendet wird, besorgt viele Bürgerinnen und Bürger. Deswegen ist es wichtig, dass dies im Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne auf die Tagesordnung kommt und dort bleibt, bis die Situation entschärft ist. Ich freue mich, dass unserem Prüfantrag auch von den Oppositionsfraktionen zugestimmt wurde, denn dadurch haben wir möglicherweise schon auf der nächsten Sitzung des Ausschusses Informationen, auf deren Grundlage an einer Lösung gearbeitet werden kann.“
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