„Vogelfütterung“: Gefährliche Tierliebe

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Zu viel Vogelfutter schadet Fischen in Gewässern und zieht am Ufer vermehrt Ratten an Foto: Archivbild
Hamburg: Bramfelder See |

Stadt Hamburg warnt: Wasservögel an Seen nicht füttern – Fische zunehmend gefährdet

Von Michael Hertel
Bramfeld
„Liebe Bürgerinnen und Bürger. Bitte füttern Sie nicht die Wasservögel ... Futterreste ...“ „Der Rest ist zugewachsen und nicht mehr lesbar“, ruft Sandro Kappe. Der CDU-Bezirksabgeordnete hatte sich am Ufer des Bramfelder Sees mehrere Meter ins grüne Dickicht vorgekämpft, um das vom Bezirksamt Wandsbek vor Jahren installierte Schild lesen zu können. Denn das Thema „Vogelfütterung“ wird an Wandsbeks Seen und Teichen in jedem Sommer wieder aktuell.

Brot ist schädlich

„Die Anwohner meinen es gut. Aber für Vögel ist die Fütterung mit Brot sogar schädlich“, meint Kappe. Dem stimmt Lars Panzer, Umweltwissenschaftler vom Nabu, zu. Aber es kommt noch einiges hinzu: „Die meisten Hamburger Gewässer sind bereits sehr nährstoffreich. Kleinere Seen und Rückhaltebecken haben es doppelt schwer, im ökologischen Gleichgewicht zu bleiben. Oft reicht schon das durch einen Gewitterguss eingetragene organische Material aus, um ein Fischsterben auszulösen“, berichtet Panzer. Das organische Material sinkt auf den Seegrund und wird dort von Bakterien zersetzt. Dazu benötigen die Bakterien Sauerstoff, den sie aus dem Wasser ziehen. Und ohne den im Wasser gelösten Sauerstoff können Fische nicht überleben. Überschüssiges Vogelfutter löst den gleichen Effekt aus.

Futterreste locken Ratten an

Panzer: „In den Uferbereichen liegen häufig massenhaft Futtereste. Da schwimmen sogar schon die Enten dran vorbei. Nur Ratten freuen sich noch darüber.“ Wie ernst das Thema ist, zeigt auch die Tatsache, dass der Umweltsenator eigens ein Faltblatt unter dem Titel „Bitte keine Wasservögel füttern - Schutz der Hamburger Gewässer“ herausgegeben hat. Deshalb hat Sandro Kappe beim Bezirksamt beantragt, zugewachsene Schilder am Bramfelder See baldmöglichst freizuschneiden oder neue aufzustellen.
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