Von Fotografie und Freiheit

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Impressionen aus den Stadtteilen: Sonnenuntergang am Bramfelder SeeFoto: Glatz
 
Achim Glatz hat seine Kamera immer dabei und sucht nach neuen Motiven Foto: wb

Der Barmbeker Leserreporter Achim Glatz entdeckt Hamburg durch die Linse

Von Thore Albertsen
Barmbek
Seit sechs Jahren ist Taxifahrer Achim Glatz als Hobby-Fotograf in Hamburgs Straßen unterwegs. Jetzt möchte er sein Wissen an die Wochenblatt-Leser weitergeben.
Langsam setzt die Abenddämmerung über dem Bramfelder See ein. Der Himmel ist in ein orangefarbenes Licht getaucht, kleine Kumuluswolken ziehen den Himmel entlang. Achim Glatz streicht sich die weißen Haare aus dem Gesicht und schaut durch den Sucher seiner Kamera. Für den Hobbyfotografen ist dieses Bild genau das Motiv, auf das er gewartet hat. „Hier kann man später die Details so herausarbeiten, dass das Bild genau meinem Stil entspricht“, erklärt er stolz.

Mit Rad auf Foto-Tour


Seit mittlerweile sechs Jahren ist der 58-Jährige Hobby-Fotograf – und das mit Herzblut. Nahezu jedes Wochenende ist er zusammen mit seiner Frau Jutta unterwegs, um neue Motive zu finden.
Dafür geht’s auch gern mal auf dem Fahrrad durch ganz Hamburg und in die Randgebiete. Sein Wissen über die Fotografie hat er aus dem Internet, Fachzeitschriften, Büchern und von Freunden und möchte dies nun gern an neue potenzielle Fotografen vom Hamburger Wochenblatt weitergeben. Auf seiner Website www.die-amateurfotografen.de steht demnächst ein Forum unter dem Stichwort Wochenblatt bereit. Hier können sich Bildkünstler austauschen, inspirieren und von Achim Glatz lernen. Auch einen Stammtisch möchte der Leserreporter, der seine Fotos auch auf der Wochenblatt-Homepage www.hamburger-wochenblatt.de veröffentlicht, einrichten. Die Idee zur Fotografie kam dem gelernten Maler zunächst aus wirtschaftlichen Gründen. „Ein Freund hatte mir erzählt, dass man mit Bilder ganz leicht Geld verdienen könnte. Da dachte ich, das kannst du auch. Der Erfolg stellte sich jedoch nicht sofort ein und ich musste weiter Taxi fahren“, sagt er schmunzelnd.

Taxifahrer seit 25 Jahren


Doch das Taxifahren ist für Achim Glatz viel mehr als ein Job. Seit mittlerweile 25 Jahren ist der Barmbeker auf Hamburgs Straßen unterwegs, hat viele Stammkunden, war zeitweilig auch für den ärztlichen Notdienst tätig. Die Menschen mögen ihn für seine unkomplizierte Art und vor allem den guten Schnack, wie er sagt. Auf seinen Fahrten entdeckt er dabei nicht nur neueste Ideen für seine Bilder, sondern lernt die unterschiedlichsten Leute kennen, darunter auch Prominente wie Komödiant Jörg Knör und Schauspieler Jürgen Lederer – auch wenn alles, was im Taxi passiert, natürlich geheim bleibt. Die Freiheit, die so ein Leben hinter dem Steuer mit sich bringt, ist ihm dabei das Wichtigste. „Ich möchte nicht an einen Schreibtisch gefesselt sein, da würde ich eingehen“, erklärt Achim Glatz.
Wie lange er dieser Tätigkeit jedoch noch weiter nachgehen kann, bleibt unklar. Ein starkes Rückenleiden machen das Taxifahren von Tag zu Tag schwerer. Schon einmal wurde er deswegen für arbeitsunfähig erklärt, wurde zwischen Renten und Arbeitsamt hin und hergeschoben. „Der gesamte Prozess dauerte unheimlich lang. Irgendwann hab ich gedacht ‚ihr könnt mich...‘ und hab mich wieder Vollzeit hinters Steuer gesetzt“, erklärt er. Seinen Optimismus hat Achim Glatz dabei jedoch immer behalten. „Es wird schon alles so kommen, wie es soll. Am Schluss bin ich immer auf die Füße gefallen, so sind wir Barmbeker halt!“ Und das nächste Fotomotiv wartet schon.
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