Was wird aus Mietern?

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Die Sanierung betrifft das gesamte Gebäudeensemble.Foto: Leuschen

Haus „Lord von Barmbek“: Erhalt ist realistisch

Von Misha Leuschen
Barmbek. Der Streit um das Wohnensemble an der Ecke Bartholomäusstraße /Beim Alten Schützenhof scheint entschieden. „Im Moment ist der Stand, dass wir einen positiven Bauvorbescheid für die Bebauung des Grundstücks Bartholomäusstraße 72 haben“, sagt Michael Huggle, Geschäftsführer von Bauwerk Hamburg. „Der Vorbescheid besagt, dass wir dieses Grundstück mit einem viergeschossigen Wohnhaus bebauen können, wenn wir im Gegenzug einen städtebaulichen Vertrag über die denkmalgerechte Sanierung des Ensembles abschließen.“ Das wird der Fall sein, wenn das Sanierungskonzept der Bauwerk Hamburg mit dem Denkmalamt abgestimmt ist. Das Haus, in dem der „Lord von Barmbek“ Julius Adolf Petersen, legendärer Hamburger Einbrecherkönig der 1920er Jahre, seine Kneipe betrieb, ist ohne Sanierung nicht zu retten. Holzbock und Holzwurm haben das älteste erhaltene Mietshaus Barmbeks, erbaut 1867, fest im Griff. Die Mieter haben sich seit Jahren in einem Provisorium eingerichtet, mit schlecht isolierten Fenstern, Gasöfen, Schimmelbefall und Stützpfeilern in den Wohnungen, weil die Statik gefährdet ist. Hohe Mieten, wie sie nach einer Sanierung befürchtet werden, kann sich keiner von ihnen leisten.
Doch die scheinen unvermeidbar, denn natürlich werde die Kalt-Miete modernisierungsbedingt steigen, sagt Huggle. „Wie weit, ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht klar.“ Die Sanierung betrifft das gesamte Ensemble und wird aufgrund der erheblichen Schäden „ein wirtschaftlicher Kraftakt“ werden, so Huggle. „Bei der Sanierung wird das Gebäude zunächst in den Rohbauzustand zurück gebaut werden müssen, da die Böden weitgehend entfernt werden müssen, um an die befallenen Balken heran zu kommen.“Für die Mieter bedeutet das, dass sie während der Sanierung ihre Wohnungen verlassen müssen. „Auch die gesamte Haustechnik wird entfernt werden“, erläutert Huggle. „Zeitweise wird es weder Wasser noch Strom in den Häusern geben. Wir werden eine Übergangslösung für die Mieter finden müssen.“ Diese müssen sich möglicherweise eine ganz neue Bleibe suchen.
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