Weiterer Weg für 2.400 Bramfelder

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Die Räume des Sozialen Dienstleistungszentrums nutzt künftig der Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes Foto: rg

Soziales Dienstleistungszentrum künftig in Wandsbek, weil die Stadt sparen muss

Wandsbek. Das Stichwort heißt Schuldenbremse: Bis 2019/20 will der Hamburger Senat das Haushaltsdefizit ausgleichen. „Auch Wandsbek muss einen Beitrag dazu leisten. Mit der Konzentration auf weniger, aber leistungsfähigere Standorte wollen wir weiterhin bürgerfreundliche Dienstleistungen anbieten und zugleich unsere Miet- und Betriebskosten senken“, sagt Frank Schwippert, der stellvertretende Bezirksamtsleiter.
Betroffen sind das Soziale Dienstleistungszentrum in der Herthastraße 20 in Bramfeld und das Kundenzentrum Walddörfer in der Farmsener Landstraße 202. In die Räume in Bramfeld wird der Allgemeine Soziale Dienst des Wandsbeker Jugendamtes einziehen.
Die bisherigen Räume des ASD in der Bramfelder Chaussee werden nicht mehr gebraucht – macht eine Ersparnis von jährlich 64.000 Euro. Etwa 2.400 Bramfelder sind betroffen, sie müssen ab 2014 das Soziale Dienstleistungszentrum im Kerngebiet in der Wandsbeker Allee 71 nutzen. Die Bramfelder Mitarbeiter verstärken das Wandsbeker Team. Dadurch werde der Service dort sogar verbessert, heißt es im Bezirksamt.
Das Einzugsgebiet des erst vor einigen Jahren neu gebauten Kundenzentrums in Volksdorf umfasst rund 81.000 Menschen aus den Walddörfern, aber auch Farmsen-Berne. Doch weniger als die Hälfte von ihnen nutzte das Kundenzentrum. Die Ersparnis beträgt jährlich 54.000 Euro.
Die rot-grüne Wandsbeker Koalition in der Bezirksversammlung verteidigt die Pläne. „Um Einsparungen etwa bei der Jugendhilfe zu verhindern, müssen Ressourcen gebündelt werden“, so die Fraktionsvorsitzenden Anja Quast (SPD) und Susanne Zechendorf (Grüne). Mit großem Unverständnis reagierte der Bramfelder Bürgerschaftsabgeordnete Thomas Kreuzmann, CDU, auf die Schließungspläne: „Den Bürgern werden immer weitere Wege abverlangt. Gerade älteren Mitbürgern sind die weiten Wege nicht zu zumuten. Das hat mit bürgernaher Verwaltung nichts mehr zu tun. Wir werden die Pläne nicht mittragen.“
Der Vorsitzende der FDP-Bezirksfraktion Wandsbek, Klaus Fischer, meint dazu: „Die Einschränkung von Kundenservice und Bürgernähe ist aus Sicht der Verwaltung der einfache, aus unserer Sicht aber der falsche Weg. Nach der Abschaffung der Ortsämter vor einigen Jahren sehen wir in den vorgeschlagenen Maßnahmen nunmehr den Einstieg in eine völlig zentralisierte Verwaltung, die sich immer mehr von den Bürgern entfernt.“ (rg/ts)

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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 11.05.2013 | 14:25  
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