„Wild Wild West“ in Barmbek

Wann? 05.03.2017

Wo? Lorichsstr. 28 a, Lorichsstraße 28, 22307 Hamburg DE
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Beim Workshop bringt Thomas Matthias den Teilnehmern neue Tänze bei Foto: Heume
 
Thomas Matthias spielt, was sich die Teilnehmer wünschen Foto: Heume
Hamburg: Lorichsstr. 28 a |

Beim Line Dance ist jeder für sich und doch sind alle zusammen. Das nächste Treffen ist am 5. März im Bürgerhaus

Von Ruth Heume
Barmbek
Schwarzer Cowboyhut mit rotem Band, schwarzes Hemd, rotes Halstuch, Blue Jeans und schwarzrote Cowboystiefel – so perfekt gestylt ist hier nur einer, und das ist der Chef: Thomas Matthias (64). Das hier ist sein Leben, seit der ehemalige IT-Berater etwas früher als geplant in den Ruhestand ging. „Ich bin immer schon so rumgelaufen, auch damals als Berater.“ Seit in seiner Schulzeit der Bürgerkrieg im Unterricht behandelt wurde, interessiert sich der Barmbeker für die USA. Dort gewesen ist er noch nie: „Früher hatte ich dafür keine Zeit, heute habe ich kein Geld.“

Line Dance im Bürgerhaus Barmbek

„Der wilde, wilde Westen fängt gleich hinter Hamburg an“, sangen Truck Stop 1980. Genau genommen fängt er schon in Hamburg an, im Bürgerhaus Barmbek, wo sich Line Dance-Begeisterte einmal monatlich zum gemeinsamen Tanzen treffen. Line Dance ist ein Gruppentanz, auch wenn Soli und Paar-Einlagen möglich sind. Das macht es so attraktiv, gerade für Frauen, denen – besonders im fortgeschrittenen Alter – häufig der Tanzpartner fehlt. Getanzt wird dabei traditionell zu Countrymusik.

Viele Line Dance-Gruppen

Es dauert etwas, bis sich alle begrüßt haben an diesem Sonntagnachmittag im großen Saal des Bürgerhauses. Man kennt sich, aber auch jeder Neuling ist willkommen. In Hamburg gibt es zahlreiche Line Dance-Gruppen und Vereine. Die „Line Dance People“ unter Leitung von Thomas Matthias bestehen seit zehn Jahren. Die jüngste Teilnehmerin ist 37, die älteste 81 Jahre alt. Für einen Monatsbeitrag können die Gruppenmitglieder ein- oder mehrmals wöchentlich an Trainingseinheiten für Anfänger und Fortgeschrittene teilnehmen, die im Bürgerhaus und an zwei weiteren Orten stattfinden. Zu den Treffen an jedem ersten Sonntag im Monat kommen dann auch Mitglieder anderer Gruppen. Heute haben sich sogar einige aus Bremen und Verden/Aller auf den Weg nach Barmbek gemacht. Thomas Matthias nimmt seinen Platz auf der Bühne ein, von wo aus er per Laptop die Musik steuert. Er sagt die ersten Lieder an, wer mag, stellt sich auf – und los geht’s. Der ahnungslose Zuschauer ist überrascht: woher wissen die Tänzer, welche Schritte sie tanzen und in welche Richtung sie sich drehen müssen? Wer denkt, es funktioniere ähnlich wie bei den Standardtänzen, der irrt. Denn hier bestimmt nicht einfach der Rhythmus die Schritte, sondern jeder Musiktitel hat eine eigene Choreografie.

Ohne Dresscode

Was sich da auf der Tanzfläche tummelt, ist ein bunt gemischtes Völkchen. Nun ja – die Frauen sind deutlich in der Überzahl, aber auch einige mutige Herren sind dabei. Einen Dresscode gibt es nicht. Einige tragen Cowboystiefel und demonstrieren mit Accessoires wie Gürtelschnallen oder Fransen ihre Amerika-Verbundenheit oder einfache Vorliebe für den Western-Stil. Andere tanzen in sportlicher Freizeitkleidung und verwenden spezielle Tanzschuhe.

50 Tänzer sind dabei

Katja Umlandt aus Berne ist das jüngste Mitglied. Zur Jeans trägt sie ein rotes
T-Shirt, einen Pferdeschwanz und Biker Boots. Sie habe immer schon gerne getanzt, erzählt die Projektassistentin, und: „Ich mag Countrymusik.“ Zum Line Dance kam auch sie vor fünf Jahren in erster Linie in Ermangelung eines Tanzpartners. Heute steht sie in der ersten Reihe, wenn der Chef die schwierigen Stücke ansagt, und die Anfänger schauen sich von ihr so manchen Schritt ab. „Die Leute hier sind alle unheimlich sympathisch“, erzählt sie. Das bestätigt auch Matthias: „Hier wird kein Alkohol getrunken und es geht friedlich zu.“

Workshop zwischendurch

Zwischendurch gibt es einen kleinen Workshop. Mit ungefähr 50 Tänzern ist der Saal jetzt gut gefüllt. Thomas Matthias sagt die Schritte an und tanzt vor. Da gibt es „Shuffle“ und „Back“, „Coaster Step“ und „Kick Ball Change“ – der Laie versteht nur „Bahnhof“. Das Gute aber ist: diese Sprache ist international. So können Menschen miteinander tanzen, die sich nicht kennen und möglicherweise nicht einmal die gleiche Sprache sprechen. Vier Stunden dauert das Event am Sonntagnachmittag. Und die Tänzer werden nicht müde. Beim nächsten Mal, am Sonntag, 5. März, sind sie bestimmt wieder alle dabei.

Informationen und Kontakt: Thomas Matthias, E-Mail: info@linedance-people.de, Telefon 98 76 76 85. Nächster Termin: Line Dance – See you on the Dance Floor, Sonntag, 5. März, 15 bis 19 Uhr, Bürgerhaus Barmbek, Lorichsstraße 28a
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