Willi-Bredel-Gesellschaft droht das Aus

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Der Mitteltrakt soll nach dem Neubau des Hallenbads als Eingangsbereich genutzt werden. Doch jetzt will Bäderland auch die beiden Seitentrakte, bislang Räume für Vereine, anders nutzen Foto: Haas

Wird die Geschichtswerkstatt in Ohlsdorf obdachlos? Hoffnung kommt von unerwarteter Seite

Von Waltraut Haas
Ohlsdorf
Wird die Geschichtswerkstatt der Willi-Bredel-Gesellschaft obdachlos? Seit 26 Jahren hat der 1988 gegründete Verein seinen Sitz im historischen Eingangsgebäude des ehemaligen Familienbades Ohlsdorf. Der Mietvertrag der Räume läuft über einen Förderverein und wurde schon im Juni gekündigt. Nun hofft der Verein auf eine Verlängerung. Die Willi-Bredel-Gesellschaft steht vor einem großen Problem: „Wegen des Hallenbadneubaus wurde allen Mietern des Gebäudes bereits im Juni zum Jahresende von Bäderland gekündigt. Nur der Schwimmklub HSC bekam eine Zusage zum Verbleib“, erklärt Vorstandsmitglied Klaus Struck und rätselt: „Warum wird uns nicht wie dem HSC ein Einzelmietvertrag angeboten?“ Nur der frühere Eingangsbereich – der „Grüne Saal“ – diene zukünftig auch als Eingang für den Neubau des Hallenbades. „Unsere Arbeit ist durch die Kündigung existentiell gefährdet“, befürchtet Struck. Die derzeitigen barrierefrei zugänglichen Räume beherbergen einen umfangreichen Bestand an historischer Literatur, an Dokumenten und Fotos. Die werden laufend genutzt von Schülern und Studenten, von Stadtteilinitiativen, historisch interessierten Bürgern und einem Lesekreis. Auch zu Veranstaltungen kommen Besucher von weit her, der Standort am ehemaligen Familienbad Ohlsdorf sei ja gut mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Von hier aus starten auch historische Stadtteilrundgänge. Im November stehen die Fuhlsbütteler Filmtage wieder auf dem Programm. Auch die öffentlichen Ausstellungen in den Baracken des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers am Wilhelm-Raabe-Weg seien gefährdet, von der Willi-Bredel-Gesellschaft jahrelang aufgebaut. Zahlreiche Schulklassen sowie deutsche und internationale Gäste bezeugen ihre Anerkennung in Gästebüchern und auch mittels Dankesschreiben.

Verlängerung möglich


„Ein Umzug würde unser ehrenamtliches Engagement im Stadtteil massiv beeinträchtigen“, sagen die ehrenamtlichen Historiker der Geschichtswerkstatt. „Wir müssen hier bleiben und fordern Bäderland als städtisches Unternehmen dazu auf, dies zu ermöglichen.“ Bei der Vorstellung der Pläne vor einem Jahr im Regionalausschuss war dies immerhin noch so vorgesehen. In der öffentlichen Bürgerfragestunde der Bezirksversammlung am vergangenen Donnerstag fühlte sich jedoch keiner der Bezirkspolitiker mehr zuständig: Ansprechpartner sei Bäderland. Dort aber ist man überrascht, spricht gar von „Fehlinformationen“. Bisher habe die Willi-Bredel-Gesellschaft nie das Gespräch gesucht, erklärte Bäderland-Sprecher Michael Dietel, deutet jedoch eine mögliche „Verlängerung des Mietverhältnisses für eine kurze Übergangszeit“ an.

Die Ehrenamtlichen der Geschichtswerkstatt rufen indessen zu einer Kundgebung vor dem Büro der Geschichtswerkstatt auf: am Dienstag, 25. Oktober, 18 Uhr, Im Grünen Grunde 1 b/c. Weitere Infos: www.bredelgesellschaft.de
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