Woche des Gedenkens

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Antje Kosemund berichtet über ihre Schwester Irma Sperling, die im Rahmen der Euthanasie von den Nazis ermordert wurde.Foto: privat

Thema: Opfer der Euthanasie des Nazi-Regimes

Hamburg-Nord. Auch in
diesem Jahr umfasst die Woche des Gedenkens anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 im Bezirk Hamburg-Nord ungewöhnlich viele, unterschiedliche Veranstaltungen. Ausstellungen, Lesungen, Filme, Theatervorstellungen und Musikveranstaltungen, die an das mörderische Wirken der Nationalsozialisten erinnern, das sich vor allem in den Konzentrationslagern zeigte und in besonders schrecklicher Vielfalt in Auschwitz. Bereits zu sehen ist ein Teil der Ausstellung „Die Freiheit lebt“ der KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Foyer des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Kümmellstraße 7. Eine Ausstellung über Helmuth Hübener und seine Freunde der Swing-Jugend, die den Nazis mit Musik und Tanz lebensfrohen Widerstand entgegensetzten.
Eine Überlebende von Auschwitz aus Eppendorf, die heute in den USA lebende Esther Bauer, berichtet in Richard Haufe-Ahmels äußerst sehenswerten Film „Einfach Esther“, der am Mittwoch, 23. Januar, um 19.30 Uhr, noch einmal im Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13a, gezeigt wird, über ihr Leben. Auf der zentralen Gedenkveranstaltung im Großen Sitzungssaal des Bezirksamtes Hamburg-Nord, Robert-Koch-Straße 17, am Sonntag, 27. Januar, um 11 Uhr, steht in diesem Jahr das Thema „NS-Euthanasie in Hamburg“ im Mittelpunkt. Zeitzeugin Antje Kosemund, deren behinderte Schwester Irma Sperling 1944 im Rahmen der so genannten Euthanasie umgebracht wurde, berichtet. Anschließend liest Schauspielerin Sylvia Wempber aus Antje Kosemunds Buch „Wir Sperlingskinder“ über ihr Leben. Zum Abschluss äußert sich Professor Dr. Hanns-Stephan Haas, der Leiter der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, deren Vorläuferorganisation, die Alsterdorfer Anstalten tief in die NS-Euthanasie, „die Tötung unwerten Lebens“ verstrickt war. Abbi Wallenstein sorgt für das muskalische Rahmenprogramm. Am 31. Januar liest Antje Kosemund selbst aus ihrem Buch „Sperlingskinder“: um 19 Uhr im Gemeidesaal der Marienkirche, Am Hasenberge 44, in Fuhlsbüttel. Von ihrer unglücklichen Schwester hat der Irma-Sperling-Weg in der Alsterdorfer Wolfgang-Borchert-Siedlung seinen Namen. (ch)

Über 30 Veranstaltungen sind hat die Bezirksversammlung Hamburg-Nord in diesem Jahr angeregt. Termine finden Sie im Internet: Woche des Gedenkens
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