Wohin mit dem Pkw in der Jarrestadt?

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Hamburg-Jarrestadt: Martina Holm und Ralf Witthohn vor den leeren Fahrradbügeln. Wann kommt ein Konzept für mehr Pkw-Stellplätze? Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Wiesendamm |

Werden Anwohner in Barmbek und Winterhude zur Abschaffung von Autos gedrängt?

Barmbek/Winterhude Während Rot-Grün die Grundlagen für mehr Fahrradparkplätze im benachbarten Komponistenviertel schafft (das Wochenblatt berichtete), kämpfen Martina Holm und Ralf Witthohn weiter für den Erhalt von Pkw-Stellplätzen in der Jarrestadt (sas Wochenblatt berichtete). Die Rot-Grünen-Pläne stoßen bei beiden Akteuren auf Unverständnis. „Ich hatte noch nie Probleme, mein Fahrrad irgendwo abzustellen“, sagt Martina Holm, Gründerin der Initiative für Parkraum in der Jarrestadt. Auch nicht in einem dicht besiedelten Gebiet wie der Jarrestadt. Doch warum man zusätzliche Fahrradbügel bauen will, statt vorhandene zu nutzen, ist ihr ein Rätsel.

Fahrradbügel kaum genutzt


Als Beispiel führt sie die neuen Fahrradbügel links und rechts an der Einmündung zum Hauersweg in Winterhude an. Die seien immer leer, so Holm. Geparkt würden Räder stattdessen weiterhin an den Baumschutzbügeln, und dass obwohl gefühlte zehn Meter davon entfernt sich Fahrradbügel an Fahrradbügel reihen. Thorsten Schmidt, grüner Sprecher für Verkehrspolitik, erklärt den Sinn des Fahrradparkkonzeptes: „Radfahrer kennen das Problem. Am Ziel angekommen stellt sich die Frage, wo kann das Fahrrad sicher abgestellt werden? Mangels Alternativen werden etwa Baumschutzbügel oder Verkehrsschilder genutzt – nicht selten ragen Fahrräder in den Fußweg oder die Fahrbahn und behindern damit andere. Besonders problematisch ist es dort, wo der Platz durch dichte Bebauung und wenig private Abstellmöglichkeiten begrenzt ist.“ Doch genau dies kritisieren Holm und Witthohn. Auch Autofahrer würden mit der Abstellproblematik in der Jarrestadt wie auch im Komponistenviertel oder anderen besiedelten Quartieren konfrontiert sein, so die zwei Anwohner.

Alternativen für Fahrradparkplätze


Doch ein Konzept für mehr Parkraum von Autos gäbe es nicht. Stattdessen würde man indirekt zum Abschaffen des Pkw gedrängt werden.„In der Vergangenheit haben wir immer wieder an einzelnen Standorten neue Abstellbügel platziert. Aber Radfahren ist in. Deshalb reicht in verdichteten Quartieren das allein nicht mehr aus, um wirklich Abhilfe zu schaffen. Wir brauchen nun auch einmal unkonventionelle Lösungen und gute Ideen“, führt Thorsten Schmidt in der Mitteilung weiter aus. Witthohn hat sich dazu schon Gedanken gemacht: Wenn man die nicht genutzten Fahrradbügel am Wiesendamm abbauen und so Parkraum für Autos schaffen würde, könnte man direkt über der Tiefgarage der Georg-Thielen-Gasse einen Fahrradparkplatz errichten. Denn dieser Platz sei ungenutzt. Auch auf der Grünfläche zwischen den Kastanien am Wiesendamm bestünde die Möglichkeit unzählige Fahrradparkplätze einzurichten. Warum es aber auf ehemaligen Autoparkplätzen sein muss, verstehen die Aktivisten nicht. So werden Holm, Witthohn und ihre Mitstreiter auch in der kommenden Bezirksversammlung wieder vor Ort sein, um auf die Parkplatzproblematik aufmerksam zu machen. (nik)

Online-Petition: Ersatz für Parkraum in der Jarrestadt

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11 Kommentare
7
H S aus Winterhude | 08.03.2017 | 19:25  
7
christian Götsch aus Horn | 10.03.2017 | 05:56  
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Michael Kahnt aus Barmbek | 10.03.2017 | 10:18  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 12.03.2017 | 10:13  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 14.03.2017 | 15:46  
1.291
Elke Noack aus Rahlstedt | 14.03.2017 | 16:27  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 15.03.2017 | 15:19  
17
Gerrit Moritz aus Barmbek | 26.03.2017 | 10:43  
17
Gerrit Moritz aus Barmbek | 26.03.2017 | 10:47  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 26.03.2017 | 18:46  
17
Gerrit Moritz aus Barmbek | 31.03.2017 | 14:02  
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