Wohnen statt Pauken

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Wohnen statt Pauken: Das alte Schulgebäude wird in 15 Monaten mit neuen Bewohnern belebt.

Wohnprojekt „Schulfrei“: Lehrer ziehen in ehemaliges Gymnasium ein

Barmbek. Dass der Lehrerberuf echte Berufung sein muss, zeigt das neue Wohnprojekt „Schulfrei“ der Fluwog-Nordmark eG: Die Hamburger Baugenossenschaft hat der Stadt das Schulgebäude des ehemaligen Gymnasiums Uhlenhorst-Barmbek in der Osterbekstraße abgekauft, um darin Wohnraum entstehen zu lassen. Für dieses ungewöhnliche Projekt hat sich eine Baugemeinschaft gefunden, die sich „Die Kekse“ nennt. „Viele Mitglieder der Baugemeinschaft sind Lehrer“, sagt Fluwog-Vorstand Joachim Braun, der eine persönliche Verbindung zum Gebäude hat: „Ich bin hier fünf Jahre zur Schule gegangen.“
Dort, wo fast 100 Jahre lang Schüler Mathe und Deutsch pauken mussten, entstehen jetzt 39 Wohnungen für Familien, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen. „Die Wohnungen werden zum Großteil barrierefrei gebaut“, sagt Braun. Der ehrwürdige Altbau ist noch vor dem Ersten Weltkrieg erbaut worden und verwandelt sich in den kommenden 15 Monaten in ein Passivhaus. Nicht nur die Energiekosten sollen niedrig sein, auch die Mieten liegen im bezahlbaren Bereich, was in Hamburg einem Lottogewinn gleichkommt. 30 Wohnungen werden öffentlich gefördert. Dort liegt die Nettokalt-Miete anfangs bei 5,80 Euro. Die restlichen frei finanzierten Wohnungen sind etwas teurer“, sagt Braun. Da das Wohnhaus von einer Baugemeinschaft bezogen wird, gibt es keine freien Wohnungen mehr.
Das spezielle Sanierungsprojekt birgt für die verantwortliche Architektin Beata Huke-Schubert einige Herausforderungen. Wie es für Baugemeinschaften typisch ist, wird beim Bau auf die individuellen Wohnungswünsche eingegangen. „Die Wohnungen werden 50 bis 150 Quadratmeter groß sein“, informiert die Architektin. Der Passivbaustandart verlangt beispielsweise, dass die Fensterflächen minimal verkleinert werden müssen. Die breiten Flure des ehemaligen Gymnasiums werden auf die Hälfte reduziert. „Das großzügige, alte Treppenhaus und die Deckenbögen bleiben aber“, sagt Huke-Schubert. Ein Aufzug kommt jedoch hinzu. Das Investitionsvolumen für die Sanierung der Schule beträgt 9,9 Millionen Euro. Bezirksamtsleiter Harald Rösler sah sich das Projekt beim Quartiersfest an und zeigte sich begeistert: „Das Engagement der Fluwog für alternative Wohnformen zeigt vorbildlich wie das soziale Gefüge unserer Stadt gestärkt werden kann.“ (sl)
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