Zeitreise in Bildern

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Hier wurde Blumenkohl an der Haldesdorfer Straße gepflanzt Foto: David/wb/Repro:ce
 
Heiko David schwelgt heute in Erinnerungen Foto: ce

Bramfelder Heiko David erinnert sich an Kindertage. Fotoschau in Bücherhalle

Von Christian Ehrhorn

Hamburg-Bramfeld. Eine Kindheit im Kleingarten: Heiko David (72) wuchs in ländlicher Umgebung auf - in Bramfeld. Bereits seine Großeltern. Emma und Helmuth Laaß besaßen eine Parzelle in dem 1919 gegründeten Verein „Schreber Barmbek“. Heute befindet sich auf dem Gelände die Hegholt-Siedlung.

Wie sehr sich der Stadtteil gewandelt hat, zeigte Heiko David jetzt bei einer Führung des Stadtteilarchivs Bramfeld. Wer nicht dabei sein konnte: vom 4. November bis 2. Dezember ist in der Bramfelder Bücherhalle die Ausstellung mit historischen Fotos und Davids Erinnerungen zur Kindheit im Kleingarten zu sehen.
Heiko David erklärt: „Bramfeld hat sich in der Nachkriegszeit so sehr verändert, dass ich mir dachte, es wäre schön den Leuten mal zu zeigen, wie es hier zur Zeit meiner Kindheit aussah.“
Bei seiner Führung macht er das anschaulich, indem er an verschiedenen Orten historische Fotos zum Vergleich zeigte. „In meiner Kindheit war Bramfeld größtenteils Wiese und Felder. Es wurde viel Blumenkohl und Rhabarber angebaut. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, erzählt Heiko David. Er selber half häufig beim Bestellen und Abernten der Felder.
Felder statt Straßen
Sie wurden früher mit der Asche aus der Müllverbrennung gedüngt. Deshalb besteht heute die Sorge, dass sich Schadstoffe in den Böden befinden – auch in den Kleingartensiedlungen rund um die Haldesdorfer Straße (das Wochenblatt berichtete). Heiko David bezweifelt allerdings, dass sich dort wegen der Düngung etwas Schädliches im Boden befindet: „Die Kleingärten bestehen schon seit fast 100 Jahren. Lange bevor begonnen wurde mit der Asche zu düngen. Meiner Meinung nach können sich dort keine Schadstoffe im Boden befinden.“

„Es gab eine Zeit,
da konnten wir uns keine Schuhe leisten.
Die Kinder sind damals fast alle barfuß zur Schule gegangen. Auch im Winter. “
Heiko David (72)


Gerne erinnert er sich an die Freiheit, die er damals in jungen Jahren erlebte. „Im Gegensatz zu heute konnten wir als Kinder noch über riesige Wiesen und Felder toben. Das ist heutzutage leider gar nicht mehr möglich.“
Aber auch die negativen Dinge der Vergangenheit blendet er nicht aus. „Es gab eine Zeit, da konnten wir uns keine Schuhe leisten. Die Kinder sind damals fast alle barfuß zur Schule gegangen. Auch im Winter. Dadurch hätte ich wegen Erfrierungen fast ein paar meinen Zehen verloren.“ Und er erinnert an die damalige „Kindererziehung“, die zum Teil sehr drastisch ausfiel: „In meiner Kindheit war die Prügelstrafe noch Gang und Gebe. Nicht nur Zuhause, auch in der Schule.“
Führung vielleicht auch im nächsten Jahr

Es war eine sehr persönliche Reise durch die Geschichte, die zum Nachdenken anregte. Und so manches war früher nicht besser oder schlechter, sondern einfach anders, so das Fazit des Stadtteilrundgangs. Heiko David freut sich, auch in Zukunft noch vielen Neu- und Altbramfeldern einen Blick zurück zu gewähren: „Eine Führung würde ich im nächsten Jahr gerne wieder machen.“
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