Zeugnis früherer Arbeiterquartiere

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Diese Gebäude bilden die ältesten noch erhaltenen Wohnhäuser Barmbeks. Foto: lü

Häuserecke Beim Alten Schützenhof

Barmbek-Süd. Nach Abenteuer und Verruchtheit sieht es hier nicht mehr aus, die Häuserecke Beim Alten Schützenhof 20-22/Ecke Bartholomäusstraße 76 wirkt vielmehr etwas heruntergekommen. Doch vor hundert Jahren verkehrte hier in einer Kellerkneipe Julius Adolf Petersen (1882-1932), besser bekannt als „Lord von Barmbek“. Als Einbrecher hatte er sich auf Geldschränke spezialisiert und avancierte zum Schrecken der Wohlhabenden. 1921 wurde er verhaftet und beging 1933 im Gefängnis Selbstmord. Überdauert haben seine 1973 wieder gefundenen „Erinnerungen“ wie das Gebäudeensemble. Es stellt heute das letzte bauliche Zeugnis kleinteiliger Bauweise früherer Barmbeker Arbeiterquartiere dar. Im Jahr 2011 hat ein Wechsel der Besitzer stattgefunden, die neue Eigentümerin würde die alten Gebäude gern abreißen und profitabel neu bauen lassen. Dagegen wehren sich jedoch Mieter, Lokalpolitiker und die Geschichtswerkstatt. Letztere erinnert an den historischen Wert der Gebäude durch eine informative Schautafel. Errichtet in den Jahren 1867 bis 1870 bilden diese die ältesten noch erhaltenen Wohnhäuser. Und somit stammen sie aus einer Zeit, in der Barmbeck noch mit „ck“ geschrieben wurde. (lü)
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