Zu wenig Gewerbe?

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Gewerbetreibende hatten auf eine größere Gewerbefläche am Barmbeker Bahnhof gehofft. 2000 Quadratmeter sind im VBG-Gebäude nach jetzigem Planungsstand übrig.Repro: leu

VBG-Gebäude: 2000 Quadratmeter sind übrig

Von Misha Leuschen
Barmbek. Eigentlich ist alles klar: 2015 wird die Zentrale der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) am Barmbeker Bahnhof einziehen. Ein mehrstöckiges Gebäude entsteht dort bald, ergänzt durch einen 15-geschossigen, 56 Meter hohen Turmbau. Doch dieser Entwurf sieht mit einer Grundfläche von etwa 26.000 Quadratmetern rund 2.000 Quadratmeter mehr vor, als die VBG benötigt.
Auf einer Planungssitzung wurde nun beschlossen, dass die Gebäudehöhe des 80-Millionen-Euro-Bauvorhabens von sechs auf fünf Stockwerke reduziert werden soll. Der Grund: Zehn Prozent der Grundfläche von 26.000 Quadratmetern sind als Reserve geplant worden, die die VBG nicht benötigt. Eine Reduzierung der umstrittenen Turmhöhe kam nicht in Betracht, weil damit die Proportion des Gebäudes nicht mehr stimmig sei, so Projektentwickler ECE.
Im Quartier sorgt die Nachricht der Flächenreduzierung für Unruhe, denn man hatte sich erhofft, die „überschüssige“ Fläche für den Einzelhandel zu nutzen. Denn Barmbek braucht dringend mehr und größere Einzelhandelsflächen, darin sind sie die Gewerbetreibenden einig.
Die 1.300 Quadratmeter, die im
Parterre des VBG-Gebäudes für Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen sind, halten sie für im Sinne einer guten städtebaulichen Lösung für unzureichend.
Dabei halten sich VBG und Projektentwickler lediglich an die Auflagen für den Neubau. „Wir haben ein vorrangiges Interesse am Bau von Büroflächen. Gewerbliche Nutzung unseres Gebäudes machen wir im Rahmen der Auflagen möglich, aber nicht mehr als nötig “, sagt VBG-Sprecherin Daniela Dalhoff. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist die VBG gesetzlich verpflichtet, ihre Beitragsgelder kostendeckend einzusetzen und nicht profitorientiert zu handeln. Die ECE macht deutlich, dass man keinen Bedarf für weitere Gewerbeflächen in Barmbek sehe. Nun spekuliert man im Quartier, ob diese Haltung ganz uneigennützig ist. Denn die ECE betreibt mit der Hamburger Straße und dem AEZ selbst zwei große Einkaufscenter im Einzugsgebiet Barmbeks und kann an einer Konkurrenzsituation nicht interessiert sein.
Es bleibt die Frage, ob die Politik dem Quartier mit der Auflage, nur wenig Gewerbeflächen an einem der meistfrequentierten Plätze Barmbeks schaffen zu müssen, nicht einen Bärendienst erwiesen hat. (leu)
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2 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 05.02.2013 | 10:26  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 05.02.2013 | 10:47  
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